Polen Podcast

Breslau

Ein Besuch in Wrocław.

Im März 2018 war ich das zweite mal beruflich in Breslau (auf polnisch Wrocław). Nur drei Tage, aber es hat gereicht ein paar wichtige touristische Stationen mit abzugrasen. Mit diesem Podcast möchte ich darüber berichten. Polen ist bei den meisten Deutschen noch nicht auf der Liste der potentiellen Urlaubsziele. Dabei verfügt es über wunderschöne Landschaften und tolle Städte. Vielleicht kann ich mit diesem Podcast ein wenig dazu beitragen, das es als Ziel populärer wird.

Ein Besuch in Breslau (Wrocław).

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Anreise

Am einfachsten wird für viele die Anreise mit dem Auto sein. Der Hauptvorteil liegt auf der Hand: Man ist auch vor Ort unabhängig. Man braucht natürlich einen Parkplatz. Wenn man im Hotel unterkommt, kann das Parken schon mal teurer werden. Mit der Bahn kann man auch nach Breslau fahren, aber die Verbindungen sind reichlich mau. Diverse Fernbus-Unternehmen (Beispiel: IC Bus) bieten ebenfalls günstige Verbindungen an. So lange im Bus zu sitzen ist aber nicht so mein Ding. Da ich nur drei Tage vor Ort war, habe ich mich für einen Flug mit der Lufthansa entschieden. Der Hin- und Rückflug in Economy kostet ab 150 Euro.

Transfer vom Flughafen in die Innenstadt

Bei meinem ersten Besuch in Breslau habe ich mir ein Taxi genommen. Diesmal wollte ich mal den Bus (Linie 106) ausprobieren. Der fährt alle 20 Minuten von der Haltestelle vorm Flughafen ab. Logischerweise braucht der Bus mehr Zeit als das Taxi, aber er ist mit 0,81 Euro für die Fahrt konkurrenzlos günstig. Ein weiterer Bonus sind USB-Ladestationen im Bus. Die Fahrkarte kann man sich am Automaten an der Bushaltestelle ziehen oder auch an einem kleinen Automaten im Bus (da geht aber nur Kartenzahlung).

Tipp: Die Google Maps App auf dem Handy installieren. Darin werden die Fahrtzeiten der Busse und Straßenbahnen aufgezeigt. Zusätzlich bekommt man noch die Stationen auf dem Weg zum Ziel angezeigt.

Geld

Polen ist zwar EU-Mitglied, aber die Landeswährung ist immer noch der Złoty. Ein Złoty wird in 100 Groszy aufgeteilt. Der ISO-4217-Code ist PLN und der Umrechnungsfaktor im März 2018 1 EUR = 4,236 PLN. Mann kann also ganz grob den Złoty-Preis durch vier teilen, um auf den Euro-Preis zu kommen.

Aus alter Angewohnheit, habe ich mir am Flughafen am Geldautomat Bargeld gezogen. Das war blödsinn. In Polen kann man überall mit der Karte bezahlen. Am schnellsten geht das dann mit RFC-Chip-Karten. Die hält man einfach an die Kasse und es piepst. Fertig. Der Vorteil der Kartenzahlung liegt im besseren Umrechnungskurs und das man später nicht wieder Złoty in Euro umtauschen muss und dabei wieder Geld verliert.

Günstiges Urlaubsland?

Mein subjektives Empfinden war, das Polen günstiger ist als Deutschland. Gerade Lebensmittel sind günstig. Auf der anderen Seite reichen drei Tage nicht wirklich aus, um ein komplettes Urteil darüber zu fällen.

Hotel

Ich habe im AC Hotel übernachtet. Das gehört zur Marriott-Gruppe und ist modern eingerichtet. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist OK. Nur vom Frühstücksbuffet war ich nicht so recht überzeugt. Für 70 Złoty (ca. 17 Euro) kann man bestimmt in der Stadt besser frühstücken. Großen und Ganzen kann man das Hotel empfehlen. Ich würde es wieder buchen.

Für alle Airbnb-Fans hier der airbnb.de Link für Wrocław.

Geführte Sightseeing-Touren

Allgemein ziehe ich den "ich gehe einfach mal los"-Ansatz bei der Erkundung von mir unbekannten Städten vor. Da ich aber diesen Podcast erstellen wollte, bin ich auf Nummer sicher gegangen und habe eine geführte Tour gebucht. Die gibt es als Spaziergang und als Elektrobus-Tour. Sparziergänge wurden an dem Tag wetterbedingt nicht angeboten. Deshalb habe ich den Kleinbus genommen. Ich hatte den Bus ganz für mich und der Guide sprach sehr gut Deutsch. Für eine ausgiebige 2-Stunden-Tour habe ich 250 Złoty bezahlt (ca. 60 Euro).

Zwerge

Mein persönliches Highlight von Breslau sind die Zwerge. 20-30 cm große Figuren, die fest im Boden verankert sind. Über die gesamte Stadt gibt es mehrere hundert davon. Man findet sie meist per Zufall. Sie wurden ursprünglich von der Oppositionsbewegung "Orange Alternative" als harmlose Protestaktion benutzt (trotzdem wurden auch für diese Form des Protestes Leute verhaftet).

Auf http://krasnale.pl/de/ kann man mehr über die Zwerge erfahren und sie auch suchen.

Dominsel

Auf der Dominsel wurde Breslau gegründet. Heute ist es allerdings keine Insel mehr. Im 19. Jahrhundert wurde der nördliche Arm der Oder zugeschüttet. Auf der Dominsel findet sich der Breslauer Dom (Kathedrale St. Johannes). Den Dom habe ich mir von Innen angeschaut. Beeindruckend! Die ganze Insel ist sehr ruhig und lädt zum Spazierengehen ein. Abends werden die 101 Gaslampen auf der Insel angezündet. Ich habe es nicht gesehen, aber es muss sehr schön aussehen.

Die zur Insel führende Dombrücke ist über und über mit Liebeschlössern (ein interessanter Wikipedia-Artikel dazu) bestückt. So viele, das ich mir Gedanken über die Statik der Brücke gemacht habe.

Venedig Polens

Ich zitiere hier einfach mal den Wikipedia-Artikel zu Breslau:
Vier Nebenflüsse der Oder fließen durch das Stadtgebiet: Ohle (Oława), Lohe (Ślęza), Weide (Widawa) und Schweidnitzer Weistritz (Bystrzyca). Gebaut zwischen zahlreichen Kanälen, liegt die Stadt auf zwölf Inseln, verbunden durch 100 bis 300 Brücken, je nach zugrunde gelegten Kriterien. Aufgrund der zahlreichen Brücken und Stege wird die Stadt auch als Venedig Polens bezeichnet.

Die Flüsse und Brücken sind tatsächlich sehr präsent und charmant. Es gibt übrigens auch Schiffsrundfahrten für Touristen.

Buchempfehlung

Es gibt nicht so richtig viel Auswahl. Mein Tipp ist das Buch "Breslau" von Klaus Klöppel (Amazon, Buch auf der Verlagsseite). Das Buch ist sehr aktuell und es ist alles enthalten.

Fazit

Breslau und Polen überhaupt ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

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