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Kapstadt und das Kap der Guten Hoffnung

Das Kap, der Wind, die Pinguine und der Tafelberg.

Als ich im Februar 2019 beruflich in Kapstadt (Südafrika) war, habe ich einen Tagesausflug ans Kap der Guten Hoffnung gemacht. Mit diesem Podcast nehme ich Sie auf diesen Ausflug mit.

Kapstadt und das Kap der Guten Hoffnung 🇿🇦

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Transkription

Achtung: Diese Episode wurde nach der ursprünglichen Veröffentlichung noch mal nachgeschnitten. Deshalb sind die Zeitstempel und Transkription nicht 100%ig korrekt.

00:00:00 Flugkapitän
Ladies and gentlemen, this is your first officer speaking. We hope you have enjoyed your flight with us today. We shall be starting our descent in roughly about 10 minutes from now. The latest weather report for Cape Town is showing a temperature of 22°.

00:00:16 Stefan-Off
Heute geht es also nach Kapstadt im Südwesten von Südafrika. Mein Name ist Stefan Wintermeyer. Willkommen bei meinem Podcast Reisepassnummer.

00:00:27 Stefan
Good morning.

00:00:27 Polizistin
Good morning. How are you?

00:00:28 Stefan
Good, how are you?

00:00:30 Polizistin
I'm very well, thank you. Which airline did you come with?

00:00:32 Stefan
Qatar Airways.

00:00:34 Polizistin
Qatar.

00:00:35 Stefan-Off
Die Einreise in Südafrika ist für deutsche Staatsangehörige völlig unproblematisch. Man braucht nur einen gültigen deutschen Reisepass. Um vom Flughafen in die Innenstadt zu kommen, zu meinem Hotel, wollte ich den Bus nehmen. Ich dachte mir, dann lerne ich Land und Leute kennen, es ist günstig und überhaupt. Also bin ich aus dem Flughafen raus und direkt zum Busbahnhof.

00:00:59 Stefan
Can you tell me how I can get there?

00:01:03 Busauskunft
[Unverständlich] you take this bus to Civic Center. At Civic Center you take another bus to the Woodbridge Station. Then at Woodbridge you take the 261 to the Omuramba. Then Omuramba you take another bus to [Unverständlich].

00:01:21 Stefan
So I have to change busses four times? Ok, thank you.

00:01:28 Stefan-Off
Viermal umsteigen, um zum Hotel zu kommen nach dem langen Flug - da hatte ich jetzt gar keine Lust drauf. Ich hatte mir das zwar vorher auf der Webseite angeschaut und gesehen, dass es da eine Verbindung gibt, ich habe aber nicht gesehen, dass man da viermal umsteigen muss. Also habe ich mein Handy rausgeholt und habe mir ein Uber bestellt.

00:01:47 Uber-Fahrer
Hi, Stefan.

00:01:47 Stefan
Hi, Ronald. How are you?

00:01:48 Uber-Fahrer
Great and you?

00:01:48 Stefan
Good, thank you.

00:01:50 Uber-Fahrer
[Unverständlich].

00:01:52 Stefan
It's ok.

00:01:58 Stefan-Off
Auf dem Weg zum Hotel habe ich dann den Uber-Fahrer mal nach der aktuellen Wassersituation gefragt.

00:02:04 Stefan
I heard in the news that water is kind of a problem right now. So how does it work out?

00:02:10 Uber-Fahrer
It's a lot better now. It was very - our dams were at 24% about 6, 8 months ago. So now it's about close to 70%. So it should be ok just about now.

00:02:26 Stefan
Ok.

00:02:26 Uber-Fahrer
[Unverständlich].

00:02:28 Stefan-Off
Die Wasserknappheit in Cape Town ist also nicht mehr so schlimm wie noch vor ein paar Monaten. Als Tourist merkt man das Ganze eigentlich gar nicht. Also das Einzige, was ich gemerkt habe, war, dass ich in allen drei Hotels, in denen ich übernachtet habe, in der Badewanne keinen Stöpsel hatte. Die Idee dahinter war, dass die Leute duschen sollen und nicht in die Badewanne, weil Duschen weniger Wasser verbraucht. Wer also in die Badewanne will, muss sich aus Deutschland einen Stöpsel mitnehmen. [Musik] Das ist jetzt Live-Musik. Die habe ich an der Waterfront aufgenommen. Das ist eine touristische Zone am Hafen. Der Hafen ist weiter im Betrieb - also da sind Fischerboote, da sind Segelschiffe, da ist sogar eine Werft, die in Betrieb ist, aber so drumrum hat man dann so Restaurants gebaut, da ist ein Hotel, ein Riesenrad, ein Einkaufszentrum. Sehr, sehr schöne Anlage. Da kann man sehr schön flanieren. Da kann man sich hinsetzen, ein bisschen schauen, was passiert. Wirklich einen Besuch wert. Als ich morgens aufwache und aus dem Fenster schaue, bin ich froh, ein Zimmer mit Blick auf den Tafelberg reserviert zu haben. Der Tafelberg bei Sonnenauf- und Untergang sieht gigantisch toll aus. Der Tafelberg sieht während des ganzes Tages interessant aus. Also manchmal kommen so die Wolken über dem Berg und fließen quasi runtern, was wahnsinnig toll aussieht. Ansonsten ist der Berg eine sehr praktische Orientierungshilfe. Die Stadt Cape Town liegt zwischen dem Tafelberg und dem Meer und man sieht den Tafelberg eigentlich immer. Meistens sieht man auch das Stadion, aber wenn man weiß, wo der Tafelberg ist, und man weiß, wo das eigene Hotel ist - das sollte man sich vorher mal auf der Landkarte anschauen - dann kann man sich immer sehr gut orientieren. Nach dem Frühstück werde ich dann von meinem Guide, Thomas Schrick, abgeholt.

00:05:05 Guide
Was möchtest du alles sehen? Dann machen wir die Halbinsel.

00:05:08 Stefan
Machen wir die Halbinsel.

00:05:10 Guide
Und dann zur Kap-Spitze, ok. Tafelberg - ich muss später schauen. Wenn dieser Wind weht, wird die Seilbahn nicht laufen.

00:05:17 Stefan
Ok.

00:05:18 Guide
Das werden wir rausfinden, aber die Webseite geht erst um 8 Uhr live. Dann werde ich es sehen können.

00:05:23 Stefan-Off
Dass das mit der Seilbahn zum Tafelberg wetterbedingt nicht funktionieren wird, ist zwar schade, ist aber jetzt auch nicht so dramatisch. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese extremen Touristenziele meistens eher langweilig sind.

00:05:36 Guide
Wir können die Westseite runtergehen. Wir können ja fahren und reden.

00:05:41 Stefan-Off
Thomas macht mit mir heute die klassische Kapstadt - Kap der Guten Hoffnung Tour. Es geht westlich von Kapstadt die Küste runter zum Kap der Guten Hoffnung und dann rechts wieder hoch und dann zum Schluss wieder in die Stadt rein. Das ist eine typische Touri-Tour. Sehr, sehr schön, aber halt auch viel los. Also wer die Chance hat, früh loszufahren, soll das machen. Definitiv das bessere Erlebnis.

00:06:10 Guide
Dein erstes mal in Kapstadt.

00:06:11 Stefan
Mein erstes mal in Kapstadt, mein erstes mal südlich Kenia.

00:06:15 Guide
Aha, ok.

00:06:17 Stefan
Ja.

00:06:18 Guide
Dann macht es das auch ein bisschen einfacher zu erklären. Wir haben manchmal Gäste, die sind schon zum siebten, achten mal hier und dann fragt man sich, warum man alles so wiederholen muss. Die kennen sich mittlerweile auch aus. Schöne Aussicht von hier vom Berg. Das muss auch schon ein sehr schönes Bild gewesen sein, als die Holländer hier ankamen.

00:06:39 Stefan
Ja.

00:06:42 Stefan-Off
Ich kürze das mal kurz ab: Die Holländer haben auf dem Seeweg nach Indien einen Hafen gesucht und Cape Town war dafür einfach perfekt.

00:06:52 Guide
Und in dem Aufenthalt sind sie auch ein bisschen ins Innere gereist und haben gesehen, dass wir sehr guten, fruchtbaren Boden haben und haben auch das gute Kap Wetter kennengelernt. Mit diesem Wind und allem, aber weiter im Inneren mit dem guten Boden sahen sie auch einen guten Platz, einen Vorratsposten aufzubauen. Ja, und so allmählich wurde Kapstadt immer größer und größer. Das sprach sich herum, was für ein toller Ort denn - weißt du, das liegt so fast in der Mitte von Europa und Indien.

00:07:20 Stefan
Ja.

00:07:22 Guide
Dann sind natürlich mehr Siedler angekommen und dann kam der Jahrgang 1713, wo 95% der hiesigen Bevölkerung gestorben ist. Die sind an Krankheiten gestorben, die die Europäer an Land gebracht haben, und die hatten natürlich keine Abwehr dafür. Und in diesem Jahrgang stand die Bevölkerung, die europäische Bevölkerung hier im Kap bei 1.500. Dann gehen wir auf 1900 - war Kapstadts Bevölkerung 170.000. 1983 waren es 776.000 und heute haben wir 4,5 Millionen. Ja, natürlich ganz deutlich: Kapstadt, eine Hafenstadt. Wir waren für eine sehr lange Zeit - oder hatten den größten Hafen. Das ist nicht mehr der Fall. Die Stadt von Durban hat jetzt den größten Hafen, dann Port Elizabeth und wir haben den drittgrößten.

00:08:10 Stefan
Ich war gestern Abend kurz an der Waterfront.

00:08:13 Guide
Ja.

00:08:13 Stefan
Wann wurde das umgebaut? Oder wann -

00:08:16 Guide
Vor 27 Jahren. Die Waterfront ist heute - oder beziehungsweise mehr Besucher gehen zur Waterfront als irgendein anderer Platz in und um Kapstadt herum. Unglaublich. Wenn wir von Waterfront sprechen - wenn wir jetzt hier bei der Ampel rechts abbiegen, werden wir auf der rechten Seite zwei Brücken sehen, die nicht fertig sind. Die stehen schon seit 1978 so. [Lachen] Die Stadt hatte kein Geld mehr.

00:08:41 Stefan-Off
Das ist für deutsche Verhältnisse tatsächlich ein bisschen merkwürdig. Mitten in der Innenstadt ist das Ende der Foreshore Freeway Bridge. Das ist so eine Schnellstraße, Autobahnbrücke und die Pfeiler stehen da und über den Pfeilern ist die Fahrbahn und die Fahrbahn hört dann irgendwann einfach auf. Ganz abrupt.

00:09:02 Guide
Wenn man jetzt hier vorne links in den Innenhof runterschaut, sieht man blau-weiß gestreifte Streifenwagen. Das ist unser Verkehrsamt hier.

00:09:10 Stefan
Ja.

00:09:11 Guide
Und der heißt Gallows Hill. Übersetzt "Galgenhügel". Und wurde so genannt, weil das der genaue Ort ist, wo in den frühen Jahren die Holländer die Sklaven gehängt haben, und in der modernen Zeit wurde die Todesstrafe in Pretoria, unsere Hauptstadt, ausgeführt. Zwar nicht öffentlich, sondern im Pretoria Zentralgefängnis. Aber das passiert heute auch nicht mehr. Dadurch dass die Todesstrafe abgeschafft wurde - und das war in 1988 - ist wieder ein heißes Thema geworden. Wir haben brutale Kriminalität hier und da sind jetzt mehr und mehr Einwohner in Südafrika der Meinung, dass die das wieder einführen sollen, aber ich schätze, das wird nie passieren.

00:09:50 Stefan
Diese brutale Kriminalität, die ist ja für mich nicht sichtbar. Ist die für dich sichtbar?

00:09:56 Guide
Sichtbar nicht, aber man hört sehr viel davon.

00:10:00 Stefan
Aber das ist schon eine andere - quasi das ist ein anderes, ich sage mal, Universum innerhalb der Gesellschaft.

00:10:07 Guide
Ja, aber das geht um den Wohlhabenden und Armut. Armut treibt ja viel von dieser Kriminalität an. Wir haben eine sehr hohe Arbeitslosigkeit. Die Regierung sagt zwischen 25% und 27%, aber es gibt genügend Leute, die sich gut auskennen, und das wird eher so um die 40% geschätzt. Schau mal hier, diese Obdachlosen, die einfach hier im Offenen liegen. Furchtbar. Da ist einfach nicht genügend Arbeit und die Leute, die klauen ohne Ende. Und natürlich - das ist eigentlich einfach eine ganz andere Mentalität.

00:10:35 Stefan-Off
Das mit der Armut und mit der Kriminalität wird mir tatsächlich noch im Laufe der Woche auffallen. Also einmal überall Obdachlose und auch so Situationen wie: Ich bin einmal abends vom Hotel zur Waterfront gegangen und dann sagte mir der Mann an der Rezeption, ich könnte zwar jetzt noch zu Fuß gehen, aber nach Sonnenuntergang soll ich nicht mehr zu Fuß zurückgehen, sondern mir lieber ein Taxi oder ein Uber holen, weil das wäre sonst zu gefährlich.

00:11:05 Guide
Das ist ein Problem, das wir noch lösen müssen. Obwohl es schulpflicht gibt. Vor allem in den Townships gehen immer noch sehr viele Kinder nicht zur Schule. Es geht um das Geld. Die haben keine freie Schule hier.

00:11:15 Stefan
Ach, ok.

00:11:16 Guide
Das muss alles bezahlt werden und die Schulen, die kosten auch sehr unterschiedlich natürlich. Und ich rede jetzt von den Staatsschulen. Da ist etwas Unterstützung, aber der größte Teil muss von den Eltern bezahlt werden. So, das Meer, das wir hier sehen, der Atlantische Ozean. Heute ist nicht ein besonders hoher Wellengang. Ziemlich ruhig. Da sind einige Tage, da ist das so glatt wie ein Spiegel. Fantastisch.

00:11:41 Stefan
Gib mir nur mal gerade eine Idee. Also wenn Wellengang ist, sehe ich das jetzt dann auch von hier oder -

00:11:46 Guide
Oh ja. Oh ja.

00:11:46 Stefan
Also das richtig dann -

00:11:47 Guide
Oh ja, ja. Vor allem in den Wintermonaten sehr stürmisch. Die Wellen, die klatschen hier gegen diese Wand und das sprüht hoch wie Wahnsinn. Deswegen wird diese Halbinsel auch nicht umsonst "Kap der Stürme" genannt. Wir haben über 600 Schiffswracks um unsere Küste. Die meisten in den 1700, 1800 gesunken. Auch in der modernen Zeit einige. Natürlich nicht so viele. Und auch abhängend von der Jahreszeit hat man eine Wassertemperatur von zwischen 10° und 16°. Also nicht besonders warm. Diese ausgetrocknete Grasfläche hier rechts erstreckt sich für einige 100m, ist bekannt als die Sea Point Promenade. Spielplatz quasi. Und fast alle auf der Welt wissen von unserer schwarzen Vergangenheit, die Apartheid-Jahre und 1950 hat die Regierung damals, die Apartheid-Regierung, ein Gesetz eingeführt. Auf Englisch hieß das "Group Areas Act" und das bedeutete, dass dunkelhäutige Menschen von solchen Gebieten versetzt worden sind. Aber dieses Gesetz, obwohl es 1950 eingeführt wurde, wurde zum größten Teil erst ab 1960 ausgeführt. Und das war vorher alles gemischtes Gebiet und Dunkelhäutige wurden hier enträumt, um Platz zu machen nur für Weiße, was auch der Fall war. Und diese Spielflächen waren für Dunkelhäutige verboten. Dunkelhäutige konnten reinkommen zum Arbeiten - Putzfrau, Gärtner, solche Sachen - mussten aber bei Sonnenuntergang raus sein. Wenn du so einen im Ort gesehen hast nach Sonnenuntergang, konnte man die Polizei anrufen und die haben solche Leute entfernt. Da war nämlich immer ein Verdacht, dass die Verbrecher sind. Und so idiotisch waren die Gesetze, dass Dunkelhäutige - die durften nicht auf der Seeseite spazieren gehen, nur hier am Bürgersteig.

00:13:29 Stefan-Off
Das ganze ehemalige Apartheids-Thema ist natürlich omnipräsent in Südafrika, aber ich mache jetzt mal einen harten Cut und komme zum Thema Strand.

00:13:41 Stefan
Gibt es hier auch klassische Strände?

00:13:44 Guide
Ja, hier unten rechts nach dieser niedrigen Steinmauer werden wir ganz kurz einen Blick auf die vier kleinen Strände von Clifton haben. Furchtbar beliebt im Sommer wegen dem Wind, denn dieser starke Wind weht, sind diese vier Strände die einzigen, die geschützt sind. Wir werden jetzt in Kürze an dem Camps Bay Strand vorbeifahren. Es gibt da auch kleinere, versteckte Ecken. Sieht man von dieser Straße nicht. Und auf der anderen Seite von der Halbinsel, da gibt es den Muizenberg Strand - auch so eine Surfer-Ecke und Leute baden dort auch. Das Wasser auf der anderen Seite ist ein bisschen wärmer als hier. Eine Frage, die sehr oft gestellt wird von Besuchern - nicht nur Deutsche und ich schätze, weil wir das Meer um uns herum haben - die fragen: Gibt es Haie auf unserer Küste? Einfache Antwort ist: Ja. Es gibt sämtliche Haisorten, aber ich schätze, die Haisorte, die wir als Mensch am meisten fürchten, ist der Große Weiße, und den haben wir auch.

00:14:47 Stefan-Off
Da die Wassertemperatur hier eher kalt ist, halte ich das Hai-Thema für nicht ganz so spannend, aber was mich interessiert, ist das Schlangen-Thema.

00:14:55 Stefan
Wenn ich jetzt hier wandern gehe, sehe ich dann irgendwo Schlangen?

00:14:58 Guide
Nicht unbedingt. Wenn, schon eher in den Sommermonaten, aber Schlangen haben vor Menschen Angst, so wie wir vor ihnen Angst haben. Ich wandere schon über 36 Jahre in diesen Bergen und ich habe in der ganzen Zeit - wir haben drei Giftschlangen hier. Die Kobra, die Puffotter und die Baumschlange. Eine Kobra habe ich noch nie gesehen, eine Puffotter zweimal und eine Baumschlange zweimal in all den Jahren. Und solltest du jemals wieder zum Kap kommen, nach Kapstadt und du kommst zwischen Juni und November, hast du den Genuss, Wale hier zu sehen. Da wären schon September, Oktober die besten Monate für Walbesichtigungen hier, obwohl man nicht so viele hier sieht. Wenn man nach Hermanus geht - das ist unser großes Walgebiet. Da sieht man sehr viele. Die gehen jedes Jahr dorthin zum Paaren und auch um Geburt zu geben. So, der Plan, was wir jetzt machen: Wir gehen jetzt beide die Küste entlang und dann gehen wir zum Kap der Guten Hoffnung. Der Eintritt dort ist 303 Rand, dann gehen wir zum Kap der Guten Hoffnung. Den Grund werde ich erklären, wenn wir näher dran sind. Und dann zur Kap-Spitze und dann war die Idee, dass wir - dann fahren wir Richtung Simon's Town. Ich bin sicher, du möchtest vielleicht die Pinguine sehen.

00:16:25 Stefan
Ehrlich gesagt interessieren sie mich weniger, aber weißt du was, meine Tochter hat mir gesagt, ich soll mir die Pinguine ankucken und ich muss ein Foto machen. [Lachen] Das heißt, das ist -

00:16:35 Guide
Ok.

00:16:36 Stefan
Pinguine müssen wir uns ankucken.

00:16:37 Guide
Ok, was wir dann machen können - das kostet 152 Rand.

00:16:40 Stefan
Ja.

00:16:41 Guide
Und der obere Stegweg, der ist kostenlos.

00:16:43 Stefan
Ja.

00:16:44 Guide
Und wir rücken jetzt näher an die Brutzeit. Die ist traditionell März bis Mai. Das kann sein, dass zahlreiche Pinguine näher rangerückt sind.

00:16:53 Stefan
Ja.

00:16:53 Guide
Am oberen, dann kostet es nichts und dann hast du deine Aufnahme.

00:16:56 Stefan
Ok.

00:16:57 Stefan-Off
Jetzt geht es also zum Kap der Guten Hoffnung. Praktischerweise kann man direkt mit dem Auto ranfahren.

[Unverständlich]

00:17:25 Stefan
Ja, ich merke es schon.

00:17:25 Stefan-Off
Und hier ist jetzt so viel Wind, dass auch der Windschutz von meinem Mikrofon nichts mehr ausrichten kann. Es ist aber angenehm, weil die Sonne brennt ja runter. Also man muss eher aufpassen, dass man sich keinen Sonnenbrand holt, aber diese Kombination aus Wind und Sonne ist von der gefühlten Temperatur sehr angenehm. Da ist ein kleiner Parkplatz und da steht halt so ein Schild "Cape of Good Hope" und die Koordinaten drauf. Schön für ein Foto. Und kann man ein bisschen spazieren gehen, ein bisschen ans Meer. Ist aber ansonsten nicht weiter spannend.

00:18:10 Stefan
Oh. Oh, das ist windig.

00:18:15 Guide
Ja. Das ist typisch im Sommer. Manchmal haben wir diesen Wind für drei, vier, fünf Tage ununterbrochen. Das nervt einen dann.

00:18:27 Stefan
Ja.

00:18:28 Guide
Trotzdem, dass ich schon mein ganzes Leben hier wohne - da habe ich mich auch noch nicht ganz daran gewöhnt. [Lachen]

00:18:35 Stefan-Off
Jetzt fahren wir ein kurzes Stück zurück und dann wieder nach rechts und fahren zum Cape of Good Hope - Old Lighthouse. Das ist so ein alter Leuchtturm und da kann man parken. Da fährt dann so eine kleine Bahn hoch. Man kann auch zu Fuß gehen. Ich habe mich für die Bahn hoch entschieden und zu Fuß wieder runter.

00:19:02 Frau
Please hold on.

00:19:03 Ansage
Welcome on board the Flying Dutchman. The vehicular is about to depart. For your own safety please hold on for the duration of the trip. Please enjoy the view. [Unverständlich].

00:19:24 Stefan-Off
Die Bahn fährt zwei, drei Minuten, dann ist man oben. Dann muss man noch mal ein paar Treppenstufen hochgehen. Also noch mal so zwei, drei, vier Minuten zu Fuß und dann ist man am alten Leuchtturm. Da hat man natürlich eine phänomenal gute Aussicht. Das ist auf dem Berg ganz oben und das ist wirklich sehr schön. Danach bin ich wieder runter und den Fußweg dann runter habe ich noch mal ein paar Paviane gesehen und dann wieder zum Auto und habe mich mit dem Thomas getroffen.

00:20:02 Guide
Und, schöne Aussicht gehabt?

00:20:04 Stefan
Hallo, Thomas. Ja, sehr schöne Aussicht. Sehr schöne Aussicht.

00:20:11 Guide
Wir haben gerade etwas Spaß mit Pavianen hier gehabt, die hier ja auch so rumtoben.

00:20:15 Stefan
Echt? Ich habe einen auf dem Weg gesehen. Ich bin runtergegangen und einer war auf dem Weg.

00:20:20 Guide
Wir waren sie jetzt gerade am wegjagen.

00:20:27 Stefan-Off
Nach dem Kap der Gute Hoffnung geht es jetzt in die kleine Stadt Simon's Town. Das ist der Ort, wo die Pinguine sind, aber als erstes gehen wir mal Mittagessen.

00:20:37 Mann
[Unverständlich].

00:20:38 Guide
Good and you?

00:20:38 Stefan
How are you?

00:20:39 Mann
[Unverständlich]. Enjoy your lunch.

00:20:46 Guide
Gehen wir raus. Noch besser.

00:20:47 Stefan
Ja, ja.

00:20:53 Guide
Hier kann auch buchen. Hier draußen ist es, wie man sagt, first come first serve.

00:20:57 Stefan
Ah, ok.

00:21:04 Guide
Super.

00:21:04 Stefan
Das ist ja schön hier.

00:21:05 Guide
Ja.

00:21:10 Stefan-Off
Wir sind jetzt im Seaforth Restaurant. Das ist das Restaurant, was direkt neben dem Parkplatz am Eingang der Pinguinkolonie ist. Ich habe das völlig unterschätzt. Das sah ganz normal aus von außen, aber es ist wirklich sehr schön gelegen. Wir haben Sitze draußen auf dem Balkon. Da können wir ja schon die ersten Pinguine sehen, so ein kleiner Strand und die haben wirklich super gutes Seafood. Beim Essen haben wir uns dann über Gott und die Welt unterhalte - unter anderem auch über deutsche Reiseleiter.

00:21:45 Stefan
Wie viele deutsche Reiseleiter gibt es denn hier in der Region? Ist das -

00:21:48 Guide
Zu wenige.

00:21:49 Stefan
Echt?

00:21:49 Guide
Ja, da ist ein riesen Mangel an deutschsprechenden Reiseleitern. Sie sind gesucht ohne Ende. Ich habe schon öfter jüngere Touristen an Bord gehabt, die sind wirklich am überlegen, dass sie nicht mal hier wohnen für ein paar Jahre. Und dann habe ich gesagt, wenn du Arbeit suchst, deutschsprechend, lerne ein paar Sachen über die Region. Du kannst Reiseleiter werden. Ich kenne auch einige, die sind jetzt hier wohnhaft.

00:22:16 Stefan
Ja.

00:22:17 Stefan-Off
Und dann kommen noch richtig gute Nachrichten: Thomas checkt nämlich noch mal die Webseite der Seilbahn zum Tafelberg.

00:22:25 Guide
Oh, die Seilbahn ist jetzt offen.

00:22:27 Stefan
Echt?

00:22:29 Guide
Oh.

00:22:29 Stefan
Ja, ist doch super.

00:22:34 Guide
Ja, medium wind. Das war letztes mal auch so. Dann kamen wir an und dann es wieder - ja, ja, können wir ja probieren.

00:22:38 Stefan
Ja.

00:22:39 Guide
Machen wir die Pinguine und dann gehen wir durch zum Tafelberg.

00:22:41 Stefan
Ja.

00:22:42 Guide
Super. Super, die war nämlich heute Morgen zu.

00:22:47 Stefan-Off
Jetzt erst mal zu den Pinguinen. Wir gehen vom Restaurant den Berg hoch und dann links und dann fängt da so ein Holzpfad an am Berg entlang. Rechts und links sind so Maschendrahtzäune und ganz am Anfang von diesem Weg kann man dann auch links abbiegen und auf so eine Aussichtsplattform weiter reingehen Richtung Meer. Das kostet allerdings Geld. Der Weg oben ist kostenlos. Wir gehen den Weg oben und sehen dann auch nach 5m schon das erste Pinguinpärchen, die um diese Jahreszeit da schon Eier bebrüten. Das war Februar.

00:23:30 Stefan
Ach, das gibt es ja gar nicht.

00:23:34 Guide
Und hier sind zwei weitere.

00:23:40 Stefan
Wahnsinn.

00:23:48 Guide
Ab und zu sieht man die hier zwischen diesen Büschen auch.

00:23:52 Stefan
Ja.

00:23:53 Guide
Ja, um diese Zeit zu überleben, füttern sie erst mal ganz tüchtig und dann zum Ende zu leben sie von ihren Fettreserven und dann haben sie diese schönen schwarz-weißen Federn, aber alle Pinguine mausern einmal im Jahr. Also hier ist man immer garantiert, Pinguine zu sehen am Strand, auf den Felsen, auf den Dünen. Da wackelt auch schon mal einer rum. Gleich hier vorne.

00:24:27 Stefan-Off
Und am Ende des Weges sieht man dann auch noch mal den Boulders Beach und da sind auch Pinguine. Und da kommt man auch direkt - also wenn man die Eintrittskarte hat, kann man da auch hin und da kann man auch direkt bis ans Wasser. Da ist so ein Strand, da sind überall Steine und da kommen die Pinguine auch raus. Also Mensch und Pinguin sind da sehr, sehr nah beieinander. Also wenn ich jetzt mit meinen Kindern hier gewesen wäre, dann hätte ich auf jeden Fall diese Eintrittskarte geholt, weil das ist es dreimal wert.

00:24:59 Guide
So, das ist jetzt der Boulders Strand. Hier muss man zahlen.

00:25:02 Stefan
Ja.

00:25:02 Guide
Wenn man hier bezahlt hat, kann man auch dahinten rein. Wenn man dahinten bezahlt, dann kann man auch hier rein. Das sieht man so Pinguine dort auf dem Felsen. Hier vorne, wo die Leute auf dem Felsen stehen, da sehe ich einen Pinguinkopf.

00:25:13 Stefan
Ja.

00:25:13 Guide
Und hier - die laufen hier - direkt hier vorne am Felsen, wo die zwei Leute stehen.

00:25:18 Stefan-Off
Ich gebe zu, ich habe die Pinguine unterschätzt. Das ist wirklich sehr, sehr schön. Ich wollte erst gar nicht hierhin, aber es ist wirklich: Der Besuch lohnt sich. Danach fahren wir wieder Richtung Cape Town und sprechen noch über alles mögliche. Ernste Themen auch, unter anderem die Burenkriege.

00:25:41 Guide
Und in der Zeit nach der Besetzung von dem Kap gab es auch zwei Burenkriege. Wir hatten ja die zwei Burenstaaten und die zwei englischen Staaten. Der erste Burenkrieg, der war 1880, 1881. Der dauerte nur drei Monate und den haben die Buren gewonnen. Und der zweite war länger. Drei Jahre. 1899, 1902. Den haben die Engländer gewonnen durch Gebrauch von ihren KZs. Haben sie den Krieg schneller beenden können. Das war nämlich so: Die Engländer haben gelernt, was für den Afrikaner-Mann sehr wichtig ist und das ist Familie. Mit Abstand. Eine sehr, sehr enge Gemeinschaft. Auch sehr religiös. Die Engländer, die sind immer in einer großen Macht von A nach B gereist. Die Buren ganz anders. Die sind in kleineren Gruppen rumgereist, haben sich - manchmal waren es nur 10 Stück, 12 Stück, 20 vielleicht, 5, was auch immer - haben sich dann bei Kampflinien angeschlossen, wo sie benötigt waren, und unterwegs hielten sie bei Bauernhöfen an, wo sie Unterkunft bekommen haben und Lebensmittel, und das waren Buren-Bauernhöfe zum größten Teil. Und als die Engländer das gelernt haben, sind sie zu den Bauernhöfen gegangen, während die Männer weg waren.

00:27:01 Stefan
Ja.

00:27:01 Guide
Und haben Frau und Kind entfernt und haben den ganzen Bauernhof abgebrannt, einschließend Gutshaus. Und haben somit Unterkunft und Lebensmittel für den Buren abgeschnitten. Und somit haben sie den Mut vom Mann gebrochen. Und als er lernte, dass Frau und Kind weg waren, war er auf der Suche nach seiner Familie.

00:27:24 Stefan
Ja.

00:27:25 Guide
In diesem Krieg - nämlich was Militärverluste anbetrifft, haben die Engländer mehr als das Doppelte verloren, als was die Buren - die haben 21.000 etwas, die Buren 9.000 etwas, sind aber 27.000 Frauen und Kinder in den KZs umgekommen.

00:27:40 Stefan
Ist ja nicht sehr gentlemanlike.

00:27:43 Guide
Ja, viele Leute in der Welt sind im Glauben, dass die Deutschen die KZs angefangen haben. Das stimmt nicht. Das waren die Engländer. Und so, wie man heute auf Welt immer noch einige Leute hat, die nicht gerne mit den Deutschen zusammen sind wegen dem Zweiten Weltkrieg - genau das Gleiche haben wir heute hier mit den traditionellen Afrikanerfamilien. Die wollen so wenig wie möglich mit Englisch zu tun haben. Irgendwas, was mit Englisch zu tun hat.

00:28:11 Stefan
Ja.

00:28:12 Guide
Wegen beiden Burenkriegen, aber vor allem dem zweiten.

00:28:16 Stefan
Wir sprechen aber nicht nur über ernste Themen, sondern Thomas erzählt mir noch ein paar Geschichten aus dem Nähkästchen.

00:28:24 Guide
Tafelberg selber lässt mich an eine sehr lustige Geschichte denken. Weißt du, über auf der Welt - man hat immer eine Nation, über die Witze gemacht werden, und in diesem Fall sind es die Amis, denn die Amis, die stellen manchmal wirklich sehr dumme Fragen, ohne darüber nachzudenken. Und ich habe einen Kollegen, der kann das so fantastisch gut machen. Wenn er diese Geschichten erzählt - also wir fallen auf den Boden. Wir grölen vor Lachen. Die Tränen, die laufen. Dieser Kollege wurde mal von einem Ami gefragt: "Warum ist der Tafelberg so flach?", und ich kann das leider nicht für eine sehr lange Zeit. Man muss ein ernstes Gesicht halten können. Und ohne Zögerung hat der dann zu diesem Ami gesagt: "Du, das war angeblich ein Aufbau", nämlich mein Kollege hat gesagt - den ganzen langen, lieben Tag hat der immer so blöde Fragen gestellt und das war jetzt die Krönung - und dann ohne Zögerung hat der gesagt: "Weil sie den so flach geschnitten haben". [Lachen] Und dann hat er gesagt - er wartete, nämlich er sah die Räder, die drehten da im Kopf. Und dann hat dieser Ami tatsächlich gefragt: "Was haben sie dann mit dem Gipfel gemacht?". [Lachen] Und wieder ohne Zögerung hat er gesagt und voller ernst: "Ja, den haben sie in die Bucht geworfen. Das ist heute die Robben Island". [Lachen]"

00:29:47 Stefan-Off
Und dann stelle ich noch eine sehr, sehr wichtige Frage, die Einheimische am besten beantworten können.

00:29:52 Stefan
Wie ist die Trinkgeldregelung in Südafrika? Also wann gebe ich Trinkgeld? Wie viel Trinkgeld gebe ich?

00:30:01 Guide
Also das ist ein Trinkgeld-Land. Das ist zum Teil erwartet. Einige Leute regen sich auf, wenn sie es nicht bekommen. Für mich - ich sehe das halt ganz anders. Es ist immer schön, wenn man es bekommt, es ist aber auch nicht immer so. Generell so 10%. 10% bis 15% ist, was man normalerweise gibt, abhängend wie man den Dienst genossen hat. Entweder kriegt man einen guten Dienst oder keinen Dienst.

00:30:30 Frau
Thank you very much!

00:30:30 Guide
Thank you!

00:30:31 Frau
[Unverständlich].

00:30:33 Stefan-Off
Und dann kommen wir auch schon beim Tafelberg an. Der Vorteil, wenn man mit einem Guide unterwegs ist: Man kann direkt bis zur Station ranfahren. Da sind also Parkplätze speziell für Guides, wo normale Touristen gar nicht parken dürfen.

00:30:46 Guide
[Unverständlich]. So.

00:30:52 Stefan
Das ist ja praktisch.

00:30:53 Guide
Ja.

00:31:05 Stefan-Off
Bei der Tafelberg-Seilbahn habe ich dann wieder wahnsinniges Glück. Es ist nämlich faktisch keine Schlange. Ich muss überhaupt nicht warten. Es gibt verschiedene Eintrittspreise. Da muss man sich mal vorher die Webseite anschauen. Die werde ich, wie alle anderen Sachen auch, auf der Webseite reisepassnummer.de verlinken.

00:31:28 Ansage
Next customer, please. [Unverständlich].

00:31:31 Stefan
Hello. One adult, please.

00:31:34 Kassiererin
290.

00:31:37 Stefan-Off
In die Gondel gehen gefühlt 20 Personen rein. Die dreht sich während der Fahrt. Das ist eine Technik, die ich jetzt nicht so super toll finde, weil man kann sich nirgendwo so richtig festhalten, aber man hat natürlich eine tolle Aussicht auf Cape Town und das Meer und alles drumrum. Also es ist schon eine sehr, sehr coole Fahrt und butterweich.

00:32:00 Mann
Good afternoon, ladies and gentlemen, and welcome to Table Mountain in your Cableway. For your own safety, kindly step away from the sides, let go of all [Unverständlich]. The floor you are standing on is about to rotate. Thank you. Step away and let go, please. Thank you.

00:32:30 Stefan-Off
Die reine Seilbahnfahrt dauert gute dreieinhalb Minuten und dadurch, dass sich die Gondel um sich selber dreht, kann man nicht nur Cape Town sehen, sondern auch noch die Wanderer, die die ganz steile Route hochwandern. Und das muss anstrengend sein. Hut ab.

00:32:48 Mann
Once the cable cart docks, you'll be at the height of 1067m above sea level, approximately 3500ft. The tickets you have [Unverständlich] you lose them, it's a long walk down. [Lachen] You exit on my left hand side. Enjoy your time on the mountain. Thank you.

00:33:15 Guide
Alles, was man hier sieht, ist noch Teil vom Kapstadt-Bereich. Bis zu den Bergen da hinten. Das ist die Grenze. Also vom Stadtkern 60km raus, das ist alles Kapstadt. Das Stadion - habe ich noch nicht von gesprochen - eins von drei Stadien nagelneu gebaut für die 2010 WM.

00:33:32 Stefan
Ja.

00:33:32 Guide
Baukosten wie erwartet viel, viel höher.

00:33:35 Stefan
Ja.

00:33:36 Guide
War das Doppelte am Ende. 3,2 Milliarden. Und während der WM passten 68.000 Zuschauer rein. Heute 55.000. Wird leider sehr unterbenutzt. Dann die Waterfront da auf der linken Seite -

00:33:50 Stefan
Ja.

00:33:50 Guide
Das war der ursprüngliche Hafen. Da sieht man ein Gebäude mit einem blauen Dach.

00:33:55 Stefan
Ja.

00:33:55 Guide
Und etwas da vorne und in der vorderen linken Ecke, da ist so ein Segelschiffbecken.

00:33:59 Stefan
Ja.

00:33:59 Guide
Da haben sie auch das One & Only Hotel gebaut. Das war für die Fifa-Beamten damals. Und der größte Teil vom Hafen wurde 1929 zugebaut.

00:34:09 Stefan
Aber es ist wirklich sehr schön hier. Das hätte ich jetzt mir nicht so -

00:34:13 Guide
Nicht vorgestellt.

00:34:14 Stefan
Nicht gedacht. Nein, hätte ich mir nicht vorgestellt.

00:34:17 Guide
Das sagen viele Besucher. Weißt du, wir haben das Glück: Wir haben jetzt eine moderne Stadt. Wir haben von allem hier. Da draußen haben wir die Weingebirge. Diese Westküste wird von sehr wenigen Leuten besucht. Also klimamäßig und Vegetation total anders als unsere Ostseite. Eine moderne Stadt, Berge und Meer zusammen, Nachtleben. Also wir haben alles hier. Moderne Sachen, gutes Essen. Und viele Leute sagen: "Oh, die schönste Stadt der Welt", ich würde nicht so weit gehen. Ich würde sagen, eine der schönsten Städte. Und jetzt diese Robben Island - das war ja unser Alcatraz. "

00:34:53 Stefan
Ja.

00:34:54 Guide
Unsere Gefängnisinseln. Nicht mehr im Gebrauch als Gefängnisinsel. Darum natürlich - Nelson Mandela war für 18 Jahre dort. Man kann sehen an der vorderen rechten Ecke, da ist das ganze Dorf. Da wohnen heute so circa 200 Leute. Man bekommt eine gute Führung im Gefängnisgelände. Ich war mein erstes mal da - ich war sehr enttäuscht. Das sind alles ex-politisch Gefangene, die die Führung machen, sprechen sehr schlechtes Englisch. Zum Teil kann ich sie kaum verstehen. Weiß der Kuckuck, wie Besucher das verstehen sollen.

00:35:26 Stefan
Ah.

00:35:27 Guide
Das ist ein Junges. Die Großen, die werden so groß. Das sind Klippschliefer. Auf Englisch werden die Rock Hyrax genannt oder Dassie.

00:35:35 Stefan
Ja.

00:35:35 Guide
Die sind mit dem Elefant verwandt. Ist ein Murmeltier.

00:35:40 Stefan-Off
Also selbst hier oben hat man süße, kleine Tiere. Diese Klippschliefer springen überall rum. So kleine Familien. Das ist ganz nett anzusehen. Ich sage es ganz ehrlich, ich habe den Tafelberg als Ausflugsziel völlig unterschätzt. Es ist wirklich, wirklich ein Highlight. Wenn man in Kapstadt ist, sollte man sich auf jeden Fall die Webseite der Seilbahn im Handy bookmarken, dass man immer nachkucken kann, ob die Seilbahn fährt oder nicht, da sie halt häufig wegen dem Wind nicht fährt, und dann muss man immer abwarten, ob man jetzt was machen kann oder nicht. Auf jeden Fall sollte man einmal hochfahren. Es ist ein Highlight.

00:36:17 Ansage
Ladies and gentlemen, welcome back. Once again: The floor will be rotating, so kindly step away from the sides and let go of all handrails, thank you.

00:36:34 Stefan-Off
Auf dem Rückweg zum Hotel sprechen wir noch mal über ein ernstes Thema.

00:36:41 Guide
Aber das Ding ist: Das sind natürlich wieder typisch die Medien. Die sagen auch nur Bescheid, was sie haben wollen, das Leute lesen und hören sollen. Weißt du, es wird immer über die armen Schwarzen und Mischlingen gesprochen. Also die Mischlinge an erster Stelle, die wussten nie genau, wo sie standen in der Apartheid-Zeit. Die wurden einfach angesehen als - dass sie nicht hellgenug waren. Und ein Mischling ist sowieso abstammend von einem schwarzen Elternpartner und der andere ist weiß. So entstand der Mischling. Und dann mit der schwarzen Regierung sind sie nicht dunkel genug. Also die sind immer so in der Mitte. Aber was nicht bekannt gegeben wird: Die vielen Weißen, die auch ihr Leben verloren haben, die auch gegen Apartheid waren und gegen die Regierung gearbeitet haben und zum Teil einige sehr radikale, aber davon wird nicht gesprochen. Und viele Weiße, die sind spurlos verschwunden. Die Regierung hat sie natürlich umgebracht. Und das waren die, die sich halt gegen Apartheid gewehrt haben. Und deswegen musste man so furchtbar vorsichtig sein, was man gesagt hat zu wem und wie, denn man könnte einen sogenannten freundlichen Nachbarn haben und man sagt etwas gegen die Apartheit-Regierung und so weiter - weißt du, die lächeln einen an, aber zur gleichen Zeit stecken sie dir das Messer in den Rücken rein. Und gerade wenn man denkt: "Guter Freund", dann gehen sie zum Telefon und rufen die Polizei an und sagen: "Hey, hör mal, mein Nachbar sagt so und so und so", da musste man so vorsichtig sein. Verrückte Zeiten. "

00:38:27 Stefan-Off
Da hat Thomas recht. Und das war es dann auch schon fast für diese Folge. Die Cape Town, Kap der Guten Hoffnung Tour kann ich absolut empfehlen. Das ist eine schöne Tagestour. Man kann viele, viele schöne Sachen sich anschauen. Es ist eine interessante Ecke der Welt. Kann man mit Guide machen, so wie ich das jetzt gemacht habe, kann man aber auch alleine machen. Also das sind ganz einfache Straßen. Da braucht man nur eine Landkarte und die Zeit und das ist eine schöne Tour. Den Tipp, den ich geben möchte, ist, früh zu starten, dass man die ganzen Touribusse hinter sich hat und kurze Schlangen hat.

00:39:12 Stefan
Hello. Do you have a reservation for Wintermeyer? W-I-N-T-E-R.

00:39:20 Frau
[Unverständlich].

00:39:19 Stefan
Ja.

00:39:20 Frau
Yes.

00:39:21 Stefan
Thomas, hat mich super gefreut. Wenn ich noch mal hier hinkomme, dann melde ich mich.

00:39:27 Guide
Ja.

00:39:27 Stefan
Ich habe deine Adresse. Danke.

00:39:29 Guide
Und die Handynummer.

00:39:30 Stefan
Ja.

00:39:30 Guide
Zu jeder Zeit.

00:39:32 Stefan
Und das war es jetzt. Hat mich sehr gefreut. Ich hoffe, es hat Ihnen Spaß gemacht. Ich würde mich wie immer sehr über Feedback freuen. Meine E-Mail-Adresse ist stefan@wintermeyer.de. Auf Twitter bin ich unter @wintermeyer zu erreichen. Winter wie Sommer, Meyer mit E-Y. Ich habe noch Material für eine Folge über Weingüter rund um Kapstadt. Also ich habe mir drei Weingüter angeschaut. Bei entsprechendem Feedback mache ich dazu gerne noch eine Extra-Episode. Bis dann. Tschüß.