Reisen zum H├Âren - Um die Welt mit Stefan Wintermeyer
23. M├Ąrz 2018

Breslau

Kathedrale St. Johannes auf der Dominsel

Im M├Ąrz 2018 war ich das zweite mal beruflich in Breslau (auf polnisch Wroc┼éaw). Nur drei Tage, aber es hat gereicht ein paar wichtige touristische Stationen mit abzugrasen. Mit diesem Podcast m├Âchte ich dar├╝ber berichten. Polen ist bei den meisten Deutschen noch nicht auf der Liste der potentiellen Urlaubsziele. Dabei verf├╝gt es ├╝ber wundersch├Âne Landschaften und tolle St├Ądte. Vielleicht kann ich mit diesem Podcast ein wenig dazu beitragen, das es als Ziel popul├Ąrer wird.

Anreise

Am einfachsten wird f├╝r viele die Anreise mit dem Auto sein. Der Hauptvorteil liegt auf der Hand: Man ist auch vor Ort unabh├Ąngig. Man braucht nat├╝rlich einen Parkplatz. Wenn man im Hotel unterkommt, kann das Parken schon mal teurer werden. Mit der Bahn kann man auch nach Breslau fahren, aber die Verbindungen sind reichlich mau. Diverse Fernbus-Unternehmen (Beispiel: IC Bus) bieten ebenfalls g├╝nstige Verbindungen an. So lange im Bus zu sitzen ist aber nicht so mein Ding. Da ich nur drei Tage vor Ort war, habe ich mich f├╝r einen Flug mit der Lufthansa entschieden. Der Hin- und R├╝ckflug in Economy kostet ab 150 Euro.

Transfer vom Flughafen in die Innenstadt

Bei meinem ersten Besuch in Breslau habe ich mir ein Taxi genommen. Diesmal wollte ich mal den Bus (Linie 106) ausprobieren. Der f├Ąhrt alle 20 Minuten von der Haltestelle vorm Flughafen ab. Logischerweise braucht der Bus mehr Zeit als das Taxi, aber er ist mit 0,81 Euro f├╝r die Fahrt konkurrenzlos g├╝nstig. Ein weiterer Bonus sind USB-Ladestationen im Bus. Die Fahrkarte kann man sich am Automaten an der Bushaltestelle ziehen oder auch an einem kleinen Automaten im Bus (da geht aber nur Kartenzahlung).

Tipp: Die Google Maps App auf dem Handy installieren. Darin werden die Fahrtzeiten der Busse und Stra├čenbahnen aufgezeigt. Zus├Ątzlich bekommt man noch die Stationen auf dem Weg zum Ziel angezeigt.

Geld

Polen ist zwar EU-Mitglied, aber die Landesw├Ąhrung ist immer noch der Z┼éoty. Ein Z┼éoty wird in 100 Groszy aufgeteilt. Der ISO-4217-Code ist PLN und der Umrechnungsfaktor im M├Ąrz 2018 1 EUR = 4,236 PLN. Mann kann also ganz grob den Z┼éoty-Preis durch vier teilen, um auf den Euro-Preis zu kommen.

Aus alter Angewohnheit, habe ich mir am Flughafen am Geldautomat Bargeld gezogen. Das war bl├Âdsinn. In Polen kann man ├╝berall mit der Karte bezahlen. Am schnellsten geht das dann mit RFC-Chip-Karten. Die h├Ąlt man einfach an die Kasse und es piepst. Fertig. Der Vorteil der Kartenzahlung liegt im besseren Umrechnungskurs und das man sp├Ąter nicht wieder Z┼éoty in Euro umtauschen muss und dabei wieder Geld verliert.

G├╝nstiges Urlaubsland?

Mein subjektives Empfinden war, das Polen g├╝nstiger ist als Deutschland. Gerade Lebensmittel sind g├╝nstig. Auf der anderen Seite reichen drei Tage nicht wirklich aus, um ein komplettes Urteil dar├╝ber zu f├Ąllen.

Hotel

Ich habe im AC Hotel ├╝bernachtet. Das geh├Ârt zur Marriott-Gruppe und ist modern eingerichtet. Das Preis-Leistungs-Verh├Ąltnis ist OK. Nur vom Fr├╝hst├╝cksbuffet war ich nicht so recht ├╝berzeugt. F├╝r 70 Z┼éoty (ca. 17 Euro) kann man bestimmt in der Stadt besser fr├╝hst├╝cken. Gro├čen und Ganzen kann man das Hotel empfehlen. Ich w├╝rde es wieder buchen.

Für alle Airbnb-Fans hier der airbnb.de Link für Wrocław.

Gef├╝hrte Sightseeing-Touren

Allgemein ziehe ich den ÔÇťich gehe einfach mal losÔÇŁ-Ansatz bei der Erkundung von mir unbekannten St├Ądten vor. Da ich aber diesen Podcast erstellen wollte, bin ich auf Nummer sicher gegangen und habe eine gef├╝hrte Tour gebucht. Die gibt es als Spaziergang und als Elektrobus-Tour. Sparzierg├Ąnge wurden an dem Tag wetterbedingt nicht angeboten. Deshalb habe ich den Kleinbus genommen. Ich hatte den Bus ganz f├╝r mich und der Guide sprach sehr gut Deutsch. F├╝r eine ausgiebige 2-Stunden-Tour habe ich 250 Z┼éoty bezahlt (ca. 60 Euro).

Zwerge

Mein pers├Ânliches Highlight von Breslau sind die Zwerge. 20-30 cm gro├če Figuren, die fest im Boden verankert sind. ├ťber die gesamte Stadt gibt es mehrere hundert davon. Man findet sie meist per Zufall. Sie wurden urspr├╝nglich von der Oppositionsbewegung ÔÇťOrange AlternativeÔÇŁ als harmlose Protestaktion benutzt (trotzdem wurden auch f├╝r diese Form des Protestes Leute verhaftet).

Auf http://krasnale.pl/de/ kann man mehr ├╝ber die Zwerge erfahren und sie auch suchen.

Dominsel

Auf der Dominsel wurde Breslau gegr├╝ndet. Heute ist es allerdings keine Insel mehr. Im 19. Jahrhundert wurde der n├Ârdliche Arm der Oder zugesch├╝ttet. Auf der Dominsel findet sich der Breslauer Dom (Kathedrale St. Johannes). Den Dom habe ich mir von Innen angeschaut. Beeindruckend! Die ganze Insel ist sehr ruhig und l├Ądt zum Spazierengehen ein. Abends werden die 101 Gaslampen auf der Insel angez├╝ndet. Ich habe es nicht gesehen, aber es muss sehr sch├Ân aussehen.

Die zur Insel f├╝hrende Dombr├╝cke ist ├╝ber und ├╝ber mit Liebeschl├Âssern (ein interessanter Wikipedia-Artikel dazu) best├╝ckt. So viele, das ich mir Gedanken ├╝ber die Statik der Br├╝cke gemacht habe.

Venedig Polens

Ich zitiere hier einfach mal den Wikipedia-Artikel zu Breslau: Vier Nebenfl├╝sse der Oder flie├čen durch das Stadtgebiet: Ohle (O┼éawa), Lohe (┼Ül─Öza), Weide (Widawa) und Schweidnitzer Weistritz (Bystrzyca). Gebaut zwischen zahlreichen Kan├Ąlen, liegt die Stadt auf zw├Âlf Inseln, verbunden durch 100 bis 300 Br├╝cken, je nach zugrunde gelegten Kriterien. Aufgrund der zahlreichen Br├╝cken und Stege wird die Stadt auch als Venedig Polens bezeichnet.

Die Fl├╝sse und Br├╝cken sind tats├Ąchlich sehr pr├Ąsent und charmant. Es gibt ├╝brigens auch Schiffsrundfahrten f├╝r Touristen.

Buchempfehlung

Es gibt nicht so richtig viel Auswahl. Mein Tipp ist das Buch ÔÇťBreslauÔÇŁ von Klaus Kl├Âppel (Amazon, Buch auf der Verlagsseite). Das Buch ist sehr aktuell und es ist alles enthalten.

Fazit

Breslau und Polen ├╝berhaupt ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

Transkript

00:00:01 Stefan-Off

Hallo und wilkommen zu meinem Podcast reisepassnummer.de. Mein Name ist Stefan Wintermeyer. Heute nehme ich Sie mit nach Breslau, oder auf Polnisch Wroc┼éaw, in Polen. Breslau liegt auf der H├Âhe von Dresden im S├╝dwesten von Polen. Man kommt von Deutschland aus am einfachsten mit dem Auto oder mit dem Bus, nat├╝rlich auch mit dem Zug hin. Das dauert aber ein bisschen l├Ąnger. Die Verbindungen sind ein bisschen schwieriger. Oder nat├╝rlich mit dem Flugzeug. Ich bin mit der Lufthansa von Frankfurt geflogen. Der g├╝nstigste Eco-Tarif liegt ungef├Ąhr bei 150ÔéČ f├╝r Hin- und R├╝ckflug.

00:00:41 Flugzeugdurchsage

Einen sch├Ânen guten Tag, meine Damen und Herren. Im Namen des Lufthansa Cityline begr├╝├čt Sie jetzt auch die Kabinenbesatzung recht herzlich auf diesem Lufthansa Star Alliance Flug nach Wroc┼éaw. Unsere Flugzeit wird voraussichtlich 55 Minuten betragen.

00:00:56 Stefan-Off

In Breslau am Flughafen angekommen, hat man prinzipiell drei M├Âglichkeiten, in die Innenstadt zu kommen. Man kann sich ganz normal ein Taxi holen, man kann mit dem Bus fahren - das ist die Linie 106 - oder man kann sich nat├╝rlich auch einen Mietwagen holen. Bei meinem ersten Besuch in Breslau habe ich mir damals ein Taxi geholt. Das war OK. Diesmal war ich mutiger. Ich bin mit dem Bus gefahren. Kostet sensationell g├╝nstige 0,81ÔéČ. Das Ticket kann man sich am Busbahnhof kaufen, also an der Bushaltestelle. Da ist so ein Automat. Oder - und das ist auch praktisch - im Bus selber sind auch kleine Automaten. Da kann man mit der Karte bezahlen. Im Bus gibt es ├╝brigens auch USB-Ladestationen, wenn man das Handy wieder aufladen will. Zum Bus noch was Wichtiges: Wenn man keinen Busfahrplan dabei hat - hat man ja normalerweise nicht - sollte man sich die Google Maps Applikation auf dem Handy installieren. Da sieht man dann, welcher Bus wann f├Ąhrt und wie lange es dauert.

00:01:59 Busdurchsage

[Durchsage auf Polnisch]

00:02:28 Stefan-Off

In Breslau gibt es nicht nur Busse, es gibt auch Stra├čenbahnen. Die sind auch in Google Maps drin und der Vorteil von Google Maps ist dann noch: Man bekommt angezeigt, wie viele Stationen dazwischen sind. Das ist ganz praktisch, dann kann man n├Ąmlich die Stationen mitz├Ąhlen. Die werden n├Ąmlich ansonsten nur auf Polnisch angesagt. Und wenn man kein Polnisch kann, so wie ich, dann ist es schnell so, dass man nicht mehr wei├č, wo man ist. Deshalb lieber Stationen mitz├Ąhlen oder auf der Google Maps Applikation den Punkt beobachten, dass man sieht, wo man ist. Dank Roaming-Situation in Europa ohne Mehrkosten. In Breslau habe ich im AC Hotel ├╝bernachtet. Das ist ein Hotel der Marriott Gruppe. Liegt direkt am Konzertsaal. Sehr modern, sehr sch├Ân eingerichtet, sch├Âne Zimmer. Fr├╝hst├╝cksbuffet war mir ein bisschen zu mickrig, aber noch im Rahmen. Guter Service. Im Gesamten kann ich das Hotel empfehlen. Ist eine gute Wahl. Allgemein bin ich ein gro├čer Freund vom einfach mal losgehen und schauen, was man findet, was man sieht, und einfach sich treiben lassen. Jetzt habe ich mir f├╝r den Podcast gedacht, das ist nat├╝rlich doof, wenn ich das mache und sehe nichts und finde nichts. Also mache ich lieber so eine gef├╝hrte Tour mal mit. In Breslau gibt es zwei verschiedene Arten von Touren. Einmal eine Spaziertour. Die fand ich eigentlich ganz charmant. Da geht man zwei, drei Stunden mit einem Guide und der erz├Ąhlt einem was und man kann sich Sachen ankucken, man kann Fotos machen. Dummerweise nicht bei schlechtem Wetter. Also an dem Tag, wo ich dann da war, wurde das gar nicht angeboten. Als Alternative gibt es dann so kleine Elektrobus-Touren. Das sind so Busse, ein bisschen gr├Â├čer als so ein Golf-Elektrowagen. Da passen, glaube ich, sechs Leute rein. Ich hatte den ganzen Bus f├╝r mich alleine plus halt den Guide. Das ist gar nicht so schlecht. Man sieht recht viel und die Busse sind so klein, dass sie ├╝berall, also auch in die kleinen Gassen, ganz gut reinkommen. Und wenn man einen Guide alleine hat, dann ist das nat├╝rlich auch ganz praktisch, weil der kann ja dann auf alle Fragen eingehen. Also im Gro├čen und Ganzen kann ich das empfehlen. So eine Zwei-Stunden-Tour macht Spa├č. Mein Guide in der Tour stellt sich jetzt gleich selber vor.

00:04:58 Guide

Ich hei├če Radek. Ich bin hier geboren. Jetzt studiere ich hier auch und arbeite. Breslau heute z├Ąhlt so ungef├Ąhr 750.000 Einwohner. Von denen - das ist ganz interessant - sind 20% ungef├Ąhr die Studenten.

00:05:17 Stefan-Off

Es ist tats├Ąchlich so, dass in der Stadt sehr viele Studenten sind. Das merkt man. Die sieht man ├╝berall. Man f├╝hlt sich fast ein bisschen alt.

00:05:25 Guide

Wir werden viele Figuren von solchen Zwergen sehen in der Stadt. Hier auf der rechten Seite, das ist der sogenannte Papa Zwerg. Das war der erste. Die erinnern an eine Geschichte oder an eine politische Bewegung, die hier stattfand in den 80er Jahren. Eine politische Bewegung von den Studenten. Die haben gegen den Kommunismus protestiert.

00:05:48 Stefan-Off

Das mit den Zwergen ist wirklich lustig, und zwar f├╝r Jung und Alt. Also ich bin davon ├╝berzeugt, meine Kinder h├Ątten da einen Heidenspa├č gehabt. Die Zwerge sind ungef├Ąhr 20cm, 30cm hoch und haben immer bestimmte Themen. Die sind fest im Boden verankert und machen dann irgendwas. Es gibt so Feuerwehr-Zwerge, die l├Âschen ein Feuer. Einen anderen Zwerg habe ich gesehen, der hat so eine Schatzkatulle vor sich und hat Geld gez├Ąhlt. Die haben also immer irgendwelche Themen. Ich lese mal gerade aus dem Breslau Buch von Klaus Kl├Âppel einen kleinen Teil vor, um ein bisschen eine Idee zu geben ├╝ber die Geschichte. Es f├Ąngt an mit diesem Papa Zwerg. Er erinnert an die spektakul├Ąren Happenings der Orangenen Alternative, die hier in den sp├Ąten 1980er Jahren stattfanden. In grotesker, ├╝bersteigerter Form beginnen die Anh├Ąnger der Opposition Feiertage wie den Tag der Oktoberrevolution, den Tag der polnischen Armee oder auch den Nikolaustag und machten sich so ├╝ber die Absurdit├Ąten des sozialistischen Systems lustig. H├Ąufig wurden Teilnehmer der Happenings von der Miliz ├╝berpr├╝ft und festgenommen. Organisiert wurde die Aktion von Waldemar Fydrych, der den Decknamen Major trug. Seine Idee waren auch die lustigen Zwerge, die in den Kriegsjahren ├╝berall in Wroc┼éaw auftauchten und bald auch in anderen polnischen Gro├čst├Ądten als Symbol des Widerstands die Runde machten.

00:07:10 Guide

Der Stadtherzog Breslaus wollte auf seiner Seite Stadt noch eine gr├Â├čere Kirche haben, als der Bischof auf seiner Insel hatte. Deswegen hat man diese Kirche hier so hoch gebaut. Das sollte eine Konkurrenz sein. Die M├Ąnner haben es mal so gemacht. Heute mit Autos und damals mit Kirchen. Und hier die Zwerge - das ist auch ein Beispiel f├╝r die Skulpturen. Diese hier erinnern auch, rechtsseitig, an ein Feuer. Es fand hier statt. In den 70er Jahren hat jemand die Kirche angez├╝ndet. Ist es das Wort angez├╝ndet?

00:07:49 Stefan

Ja, ja.

00:07:50 Guide

Man wei├č bis zum heutigen Tag nicht, wer das war, aber da gab es einen Konflikt zwischen dem kommunistischen Regime und der katholischen Kirche. Also vielleicht haben das die Kommunisten gemacht.

00:08:06 Stefan-Off

In Breslau gibt es tats├Ąchlich sehr viele Kirchen. Radek hat mir auf der zweist├╝ndigen Tour bestimmt, wei├č nicht, 20, wenn nicht sogar 30 verschiedene Kirchen gezeigt, die alle eine besondere Geschichte hatten, f├╝r bestimmte Religionen da waren. Also das ist wirklich beeindruckend.

00:08:26 Guide

Jetzt hier auf der rechten Seite werden wir gleich eine kleine Gasse sehen, die Jatki Gasse. Ehemalige Fleischb├Ąnke, Metzgerei. Schon im Mittelalter hat man hier die Tiere geschlachtet und Fleisch verkauft. Das ist die alte Architektur. Und solche Eing├Ąnge in den Keller - das hat auch eine ganz interessante Geschichte. Hier auf dem Boden rechts kann man noch zwei jetzt sehen aus Holz.

00:08:52 Stefan

Ja.

00:08:52 Guide

Also h├Âlzerne. Und jeden Winter hat man schon damals im Mittelalter - also nicht mehr - das Eis aus der Oder - die befindet sich 100m in dieser Richtung - hergeholt, reingeworfen. Und das war unter 0┬░C, deshalb konnte man das Fleisch da lassen ohne Salz, welches sehr teuer war. Das war eine billige L├Âsung und das Fleisch ist nicht so schnell kaputt gewesen. Solche K├╝hlschr├Ąnke des Mittelalters.

00:09:26 Stefan

Was hei├čt eigentlich Danke auf Polnisch?

00:09:28 Guide

Dzi─Ökuj─Ö. Dzi─Ökuj─Ö.

00:09:31 Stefan

Dzi─Ökuj─Ö?

00:09:32 Guide

Dzi─Ökuj─Ö. Da gibt es zwei polnische Buchstaben das Dzi─Ö und j─Ö. Also Dzi─Ökuj─Ö.

00:09:41 Stefan

OK.

00:09:42 Guide

[Lachen] Oder Dzi─Öki.

00:09:43 Stefan

Dzi─Öki.

00:09:43 Guide

Dzi─Öki ist kurz. Zu einem Freund kann man das sagen.

00:09:48 Stefan-Off

Um das vorwegzunehmen: Mein Polnisch hat sich in den zwei Tagen nicht verbessert. Ich habe nicht mal das Danke richtig hinbekommen. Ich habe meistens Englisch gesprochen oder Deutsch. Mit beiden Sprachen kommt man eigentlich ganz gut durch.

00:09:59 Guide

Und hier schon die Oder auf der linken Seite. Gr├Â├čter Fluss Breslaus. Es gibt hier nur in der N├Ąhe f├╝nf Inseln auf diesem Fluss und in der ganzen Stadt gibt es 12 Inseln. Eine von denen hei├čt Wielka Wyspa. So eine gro├če Insel, wo sich ein ganzer Bezirk befindet.

00:10:26 Stefan-Off

Die Fl├╝sse und Inseln sind sehr pr├Ąsent in Breslau. Vier Nebenfl├╝sse der Oder flie├čen durch das Stadtgebiet. Gebaut zwischen zahlreichen Kan├Ąlen liegt die Stadt auf insgesamt 12 Inseln, verbunden durch mehr als 100 Br├╝cken. Aufgrund der zahlreichen Br├╝cken und Stege wird die Stadt deshalb auch Venedig Polens genannt. Breslau ist ├╝brigens die Gro├čstadt mit den meisten Gr├╝nfl├Ąchen in Polen. Auf jeden Einwohner entfallen 25m┬▓ Gr├╝nfl├Ąche.

00:10:53 Guide

Hugo Lederer hat ein Selbstportrait gemacht als eine Warnung f├╝r all die anderen Studenten, keine Karten wegen dem Studium zu spielen. Er hat in einem Kartenspiel Poker alles, was er hatte, verloren. Deswegen eine Warnung. Er hat immer ein - wie hei├čt das? Schwert? Sword?

00:11:16 Stefan

Ja. Schwert.

00:11:17 Guide

Ja, aber das sind nur andere Kopien, weil das Original liegt in einem Museum und die anderen sind sehr oft gestohlen worden, weil das ist eine Tradition von den Studenten. Nach jedem Semester, wenn die Pr├╝fungen schon vorbei sind, kommen die Studenten her und bringen die Kopien.

00:11:39 Stefan-Off

Also noch mal zur Erkl├Ąrung: Der Fechterbrunnen - so hei├čt der n├Ąmlich - da steht eine bronzefarbene, lebensgro├če Figur. Das ist die von dem Hugo Lederer. Und diese Figur ist nackt. In der linken Hand hat er einen S├Ąbel und diesem S├Ąbel fehlt die Klinge. Das ist die, die immer von den Studenten geklaut wird, aber dann auch immer ersetzt wird.

00:12:01 Guide

Jetzt das Ossolineum, das wei├č-rote Geb├Ąude, ist eine Bibliothek, oder soll ich sagen ein Museum. Die ganze Sammlung hat man nach Breslau gebracht aus Lemberg. Nach dem Krieg geh├Ârte Lemberg zu Polen. Vor dem Krieg, heute zur Ukraine. Was kann man hier drinnen sehen? Zum Beispiel die Handschrift von Copernicus. Und die Markthalle direkt vor uns. Die Markthalle wurde 1907 gebaut als eine L├Âsung f├╝r die Gesundheitsprobleme Breslaus, weil es gab hier sehr viele Freiluftm├Ąrkte. Nicht organisiert, ohne Kontrolle und deswegen auch sehr viele Epidemien sehr oft, die passiert sind. Das wollte man organisieren und da hat man sich entschieden, drei solche irgendwo zu bauen, aber nur diese war zum Schluss gebaut. Und rechts die Dominsel - ├Ąltester Teil Breslaus.

00:13:09 Stefan-Off

Zur Dominsel gelangt man ├╝ber die Dombr├╝cke. Das machen wir jetzt auch gleich. Die Bezeichnung Insel ist ├╝brigens nicht mehr zutreffend. Im 19. Jahrhundert wurde der n├Ârdliche Arm der Oder zugesch├╝ttet. Seitdem ist die Dominsel keine Insel mehr.

00:13:25 Guide

Und jetzt auf beiden Seiten dieser Br├╝cke befinden sich die zwei Laternen. Auf der ganzen Insel gibt es 101 von denen. Und jeden Abend geht hier ein Mann um und z├╝ndet alle an, weil das sind die Gaslaternen bis zum heutigen Tag. Das ist auch eine Tradition. Die Insel sieht wundersch├Ân aus am Abend. Dieses Licht ist ganz anders als von den elektrischen Laternen.

00:13:57 Stefan-Off

Die Dominsel ist das Zentrum von Breslau. Hier ist Breslau gegr├╝ndet worden. Je gr├Â├čer die Stadt wurde, desto weiter zog sie Kreise um diese Insel drumrum. Das hei├čt, heute ist nat├╝rlich ein Gro├čteil von Breslau au├čerhalb dieser Dominsel. Das Zentrum der Dominsel an sich ist die Johannes Kathedrale. Eine sehr sch├Âne, alte Kirche, die man auch besuchen kann. Ansonsten kann man auf der Dominsel auch sch├Ân spazieren gehen. Ist eine angenehme, ruhige Atmosph├Ąre. Man kann sich einiges anschauen.

00:14:29 Guide

Die zwei gro├čen Geb├Ąude auf der linken Seite da weiter, die hei├čen Bleistift und Buntstift. [Lachen] Die zwei sind die ber├╝hmtesten Studentenwohnheime.

00:14:44 Stefan-Off

Architektonisch hat die Stadt wirklich einiges zu bieten. Man sieht Geb├Ąude aus v├Âllig verschiedenen Zeiten, aus v├Âllig verschiedenen politischen Richtungen. Also man sieht hier irgendwelche alten Nazibauten, dann Bauten aus der ehemaligen Ostblockzeit, moderne Geb├Ąude. Sehr spannend. Ich kenne mich mit Architektur nicht so super aus, aber es ist faszinierend auch f├╝r mich.

00:15:15 Guide

Hier die UNV Stra├če - ganz breit f├╝r eine Stra├če in der Mitte einer mittelalterlichen Altstadt. Hier befand sich auch bis zum 19. Jahrhundert der Wassergraben. Das Wasser hat die St├Ądte gesch├╝tzt und dann hat man es auch hier flach gemacht. Deswegen gibt es heute hier diese Stra├če. Auch ein Dichter hat geschrieben - ich glaube, es war Goethe, als er Breslau besucht hat - das war seiner Meinung nach eine von den stinkigsten St├Ądten, die er in seinem ganzen Leben besucht hat, weil dieser Wassergraben war nicht verbunden mit der Oder. Also da war keine Wasserbewegung und jeden Sommer war es wie in Venedig heute. Also vielen Dank.

00:16:15 Stefan

Ich danke Ihnen.

00:16:16 Guide

Ich w├╝nsche noch viel Spa├č und noch besseres Wetter. [Lachen]

00:16:20 Stefan

Danke. Bis dann. Tsch├╝├č.

00:16:23 Guide

Tsch├╝├č. Tsch├╝├č.

00:16:24 Flugzeugdurchsage

Guten Tag, meine Damen und Herren. Im Namen der Lufthansa Cityline begr├╝├čt Sie die Besatzung recht herzlich auf Ihrem Lufthansa Star Alliance Flug nach Frankfurt. Unsere Flugzeit wird voraussichtlich eine Stunde betragen.

00:16:40 Stefan-Off

Jetzt kommen wir auch bald zum Ende des Podcasts. Als Reisevorbereitung m├Âchte ich noch eine Buchempfehlung aussprechen. Es gibt das Buch Breslau von Klaus Kl├Âppel. Das ist auch mit das einzige Buch, was sich nur mit Breslau besch├Ąftigt. Das ist ein sehr aktuelles Buch. Die sechste Auflage, die ich hier vorliegen habe, ist aus dem Jahr 2018 und hat insgesamt ungef├Ąhr 350 Seiten und ist ein sehr guter Reisef├╝hrer f├╝r Breslau. Kann ich nur empfehlen. Kostet 16,95ÔéČ. Werde ich auch noch verlinken. Ansonsten vielen Dank f├╝r das Zuh├Âren. Ich w├╝rde mich ├╝ber Feedback freuen. Meine E-Mail-Adresse ist stefan@wintermeyer.de. Stefan mit F, Winter wie Sommer, Meyer mit E-Y. Ansonsten nat├╝rlich freue ich mich ├╝ber eine positive Bewertung des Podcasts. Bis zum n├Ąchsten Mal. Tsch├╝├č.

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