Reisen zum H├Âren - Um die Welt mit Stefan Wintermeyer

Queen Victoria

Model der Queen Victoria

Es gibt zwei Arten von Kreuzfahrtschiffen: Ganz normale wie die in Deutschland allseits bekannten Aida-Schiffe und sogenannte Ocean Liner. Ein klassisches Kreuzfahrtschiff f├Ąhrt eine Woche durch das Mittelmeer oder die Karibik und steuert dabei jeden Tag einen anderen Hafen an. Ein klassischer Ocean Liner f├Ąhrt von Europa in die USA. Wie ein Bus nach Fahrplan. Die ├ťberfahrt von New York nach Southampton in England dauert etwa 5 Tage und in dieser Zeit wird logischerweise kein Hafen angesteuert. Fr├╝her war das ein normales Reisemittel in die USA. Heute gibt es nur noch die Cunard Rederei (www.cunard.de), die mit drei Schiffen (alle nach einer Englischen K├Ânigin benannt) diese Route halbwegs regelm├Ąssig f├Ąhrt. Cunard f├Ąhrt aber nicht nur diese Routen, sondern jedes Jahr ├╝ber die ganze Welt (leider unbezahlbar - aber man wird ja mal tr├Ąumen d├╝rfen).

Kreuzfahrtschiffe stellt man sich so vor, wie eine Folge aus ÔÇťDas TraumschiffÔÇŁ und Cunard Ocean Liner so, als wenn dort nur alter Geldadel, Russische Oligarschen, High Society und Royals aus England an Bord sind. Alle in gediegenen englischen M├Âbeln sitzend. Im Hintergrund spielt jemand Klavier. Dicke Uhren bei den M├Ąnnern und teilweise zu viel Botox bei den teilweise zu jungen Frauen. Stellt sich raus: Ist nicht so. Ich kann nicht f├╝r das ZDF-Traumschiff sprechen, aber die Passagiere der Queen Victoria sind recht normal. Es gibt schon 1-2 bunte Ausnahmen, aber nicht unangenehm. Das Durchschnittsalter der Passagiere ist allerdings h├Âher als das auf einem AIDA-Schiff (vermute ich mal). Aber es gab auch j├╝ngere Mitreisende und eine Familie mit Kleinkind. In der Bibliothek trafen sich sogar eine Hand voll Sch├╝ler, um Hausaufgaben zu machen. Aber im gro├čen und ganzen scheint der typische Cunard-Kunde ├╝ber 60 Jahre alt zu sein.

Mich hat die Art der Atlantik├╝berquerung der Cunard Schiffe schon lange gereizt. Aber da waren auch immer viele Fragen: Was ist, wenn ich f├╝nf Tage am St├╝ck seekrank bin? Was macht man ├╝berhaupt f├╝nf Tage auf einem Schiff mitten im Atlantik? Wie ist das Essen an Bord? Wie klein die Kabinen? Um diese und andere Fragen zu beantworten habe ich mich deshalb f├╝r eine kleine Test-Tour entschieden. Cunard bietet auf den Zubringerstrecken Southampton-Hamburg kleine Reise-Pakete mit zwei ├ťbernachtungen an Bord an. Genau richtig, um ein Gef├╝hl f├╝r diese Art der Reise zu bekommen. Am 03.01.2018 ging es los. Und Dank des Sturmtiefs Burglind konnte ich dann auch direkt die Sache mit der Seekrankheit ausprobieren.

Dresscode

Bevor ich auf irgend ein anderes Thema eingehe, m├Âchte ich zu erst ein Vorurteil ansprechen: Ja, in den Bordrestaurants herrscht nach 18:00 Uhr - mit Ausnahme des immer legeren Lido Restaurants - ein formaler Dresscode. Und ja, das bedeutet in den meisten F├Ąllen einen Smoking f├╝r den Herren. Aber das bedeutet nicht, das man den ganzen Tag mit Smoking oder Anzug rumlaufen muss.

Die meisten Mitreisenden freuen sich auf diese Abende. Sich sch├Ân anzuziehen geh├Ârt einfach dazu. Es ist etwas besonderes. Wer - wie ich auf dieser Reise - keine Lust dazu hat, der geht einfach ins Lido Restaurant. Und wer zwar Lust, aber keinen Smoking dabei hat, kann sich einen an Bord gegen Geb├╝hr ausleihen.

Tags├╝ber ziehen sich alle Passagiere normal an. Dabei muss man den Altersdurchschnitt und die soziale Herkunft ber├╝cksichtigen. Ein 70 j├Ąhriger hat halt eine andere Vorstellung von legerer Kleidung als ein 15 j├Ąhriger.

Ich habe habe auf der ganzen Reise Jeans angezogen und mich damit wohl gef├╝hlt. Beim n├Ąchsten mal w├╝rde ich wahrscheinlich einen Smoking f├╝rs Abendessen mitnehmen. Alleine schon aus Neugierde.

Waschmaschinen an Bord

Wie im Hotel, gibt es auch auf der Queen Victoria einen kostenpflichtigen W├Ąschereiservice. Dreckige W├Ąsche in einen W├Ąschesack, einsammeln lassen, ein paar Stunden warten und schon ist alles frisch gewaschen und geb├╝gelt zur├╝ck. Wer das Geld sparen will oder es einfach so gewohnt ist, der kann auch eine der vielen kostenlosen Waschmaschinen und Trockner f├╝r die Passagiere benutzen. Auf jedem Deck gibt es mindestens einen dieser kleinen Waschsalons. Die Benutzung und das Waschpulver sind kostenlos. Eine B├╝gelstation ist dort ebenfalls aufgebaut.

Buchung

Man kann sich auf der Webseite www.cunard.de ├╝ber die Reise informieren, aber es gibt keine M├Âglichkeit die Reise online fix zu buchen. Man kann nur eine Buchungsanfrage losschicken und wird dann vom Callcenter zur├╝ck gerufen. Buchung im Reiseb├╝ro geht auch, aber ich bin ja bekanntlich kein gro├čer Fan von meist ahnungslosen Reiseb├╝ros. Deshalb habe ich via Callcenter gebucht. Dort wurde ich auch sehr gut beraten. Online-Buchung w├Ąre mir trotzdem lieber gewesen, aber ich will mal nicht zu kleinlich sein.

Ich habe eine Kabine der Kategorie BB gebucht. Das ist eine Einzelkabine mit Dusche und Balkon. Der Deckplan ist als PDF online abrufbar. Meine Kabinennummer war die 7096.

Preis

Meine Kabine kostete 550 Euro (Smart Preis) inklusive Flug ab Deutschland und Transfer von London nach Southampton. Wer noch Flugmeilen ├╝brig hat, kann bei Cunard auch ohne Flug f├╝r 200 Euro weniger buchen. Und wer noch mehr sparen m├Âchte, kann auch eine Innenkabine (sprich weder Balkon noch Fenster) buchen.

Man bekommt also f├╝r 350 Euro zwei ├ťbernachtungen in einem schwimmenden 5-Sterne Hotel mit Vollpension im Einzelzimmer mit Balkon (inkl. kostenlosem Unterhaltungsprogramm). 175 Euro pro ├ťbernachtung. In vielen 5-Sterne Hotels braucht man Gl├╝ck, um f├╝r diesen Preis ein Zimmer ohne Fr├╝hst├╝ck zu bekommen. Das Preis-/Leistungsverh├Ąltnis ist gut.

5-Sterne

Man versucht ja immer alles in dieses 5-Sterne-Schema unterzubringen. Die Queen Victoria f├Ąllt logischerweise in die 5-Sterne-Kategorie. Nur gibt es innerhalb der 5-Sterne-Kategorie eine sehr gro├če Bandbreite. Und ich will es nicht rosa-rot f├Ąrben: Ein paar Schw├Ąchen gibt es.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich w├╝rde morgen wieder auf einem Cunard Schiff gehen. Aber die Queen Victoria kann nicht mit Top-5-Sterne Hotels mithalten. Beim Service gibt es zu gro├če Schwankungen. Einmal ist der Service freundlich und ein anderes mal eher mau. Mal wird man direkt bedient und mal wartet man Ewigkeiten.

Ich hatte drei mal fleckige Handt├╝cher oder zerrissene Servietten. Nichts schlimmes, denn ich bin davon ├╝berzeugt, das die Handt├╝cher und Servietten korrekt gewaschen worden sind. Aber der Person, die die Handt├╝cher und Servietten gefalten bzw. ins Bad oder auf den Tisch gelegt hat, war es egal, ob ein Fehler vorlag. Vielleicht war sie auch ├╝berarbeitet. Das ich das drei mal bei nur zwei ├ťbernachtungen hatte, ist ein Indiz f├╝r ein systematisches Problem. So was darf im 5-Sterne Segment nicht vorkommen.

Ein Vorwurf? hmmmÔÇŽ f├╝r 175 Euro pro ├ťbernachtung (mit Vollpension), kann man nicht Perfektionismus erwarten. Ich w├╝rde allerdings lieber 50 Euro pro Nacht mehr bezahlen und daf├╝r einen besseren Service bekommen.

Transfer

Ich war beruflich in London und hatte deshalb einen Transfer von Victoria Coach Station gebucht. Sonst wird man direkt am Flughafen abgeholt. Der Transfer wird von einem lokalen Dienstleister ausgef├╝hrt und war unspektakul├Ąr. Im Normalfall geht es per Reisebus nach Southampton. Da ich alleine war, ging es mit einer Mercedes E-Klasse gem├╝tlich, aber auch ein wenig langweilig ├╝ber die Autobahn. Die gut zwei Stunden ziehen sich.

Check-In

Die Queen Victoria kann maximal 1.990 Passagiere bef├Ârdern. Einige Passagiere machen Weltreisen. Andere - wie ich - sind nur auf einer kurzen Strecke dabei. Die jeweils neuen Passagiere m├╝ssen innerhalb von 3-4 Stunden einchecken. Man kann sich leicht vorstellen, das das eine wenig k├Ânigliche Prozedur ist. F├╝hlt sich an wie die Eco-Schlange am Flughafen zu einem vollen A380 Flug. Nur halt f├╝r 4 mal so viele Passagiere. Ich habe genau eine Stunde in der Schlange gestanden. Kein Weltuntergang. Aber auch nicht toll.

Schweres Gep├Ąck gibt man vorher auf (den Schildern folgen). Ich hatte nur Handgep├Ąck dabei und das kann man so mitnehmen.

Beim Check-In gibt man das vorher hoffentlich brav zu Hause ausgedruckte E-Ticket ab, zeigt seinen Reisepass und registiert eine Kreditkarte f├╝r an Bord anfallende Kosten. Wer keine Kreditkarte benutzen will, kann an Bord ein Cash-Deposit einzahlen und bei der Abreise die Differenz auch wieder in Cash abholen.

Man bekommt eine Key-Karte im Kredikartenformat, mit der man an Bord bezahlen kann (wird entweder von der Kreditkarte oder vom Cash-Deposit abgezogen) und die als Kabinenschl├╝ssel fungiert. Dazu noch einen faltbaren Deckplan, damit man seine Kabine auch findet. Mit der Key-Karte in der Hand kann man dann auf die Gangway zum Schiff. Ein Moment, in dem ich die Gr├Â├če der Queen Victoria bestaunt habe. Am Eingang des Schiffs wird man dann begr├╝├čt. Das ist aber keine Traumschiff-Begr├╝├čung. Alles eher normal und nicht abgehoben. Man wird nicht vom Kapit├Ąn pers├Ânlich per Handschlag begr├╝├čt.

Als erstes betritt man die dreist├Âckige Grand Lobby. Eine Harfe-Spielerin bespielte den Raum. Nett, aber auch nicht ÔÇťOhhh toll!ÔÇŁ. Rechts geht es dann zu den Aufz├╝gen und Treppen.

Kabine

Die erste Ziffer der 4-stelligen Kabinennummer steht f├╝r das Deck. Hat man eine gerade Kabinennummer, dann ist die Kabine auf der Backbord-Seite (Wikipedia-Seite zu Backbord und Steuerbord). Man bekommt sehr schnell ein Gef├╝hl, wo Back und Steuerbord ist und wo man sich gerade auf dem Schiff befindet.

Es gibt viele verschiedene Kabinenarten und auch Suiten. Ich kann hier nur die Kabine beschreiben, in der ich untergebracht war (7096). Kabinen auf einem Schiff sind nat├╝rlich nicht mit Hotelzimmern vergleichbar. Es herscht weniger Platz und die Raumh├Âhe ist geringer. Das Bad in meiner Kabine errinnert ein wenig an ein Wohnmobil. Ist aber nicht schlimm. Es macht alles einen guten Eindruck. Hier kann man auch eine l├Ąngere Reise gut aushalten.

Zwei Klassen-System

Bei Cunard gibt es normale Passagiere (so wie ich in der Kabine 7096) und besondere Passagiere. Diese besonderen Passagier der gehobenen Klassen k├Ânnen in f├╝r andere Passagiere gesperrte Bereiche (Restaurants, Bars und Aussenbereiche) gehen. Dabei gibt es noch einmal die zus├Ątzliche Unterscheidung zwischen Zugang zum Queens Grill und Princess Grill Restaurant.

Restaurants

Erst mal die Restaurants, die f├╝r alle Passagiere zug├Ąnglich sind. Zwei ├ťbernachtungen waren nicht genug, um alle Restaurants zu testen. Aus Bequemlichkeit habe ich mich deshalb immer f├╝r das legere Lido entschieden (kein Dresscode!). Im Nachhinein wahrscheinlich ein Fehler. Ein Grund mehr noch mal mit zufahren. ;-)

Britannia Restaurant

Das Britannia Restaurant erstreckt sich ├╝ber zwei Decks und ist im Art d├ęco Stil eingerichtet. Es ist das gr├Â├čte Restaurant an Bord und strahlt diese Gr├Â├če auch aus. Ist aber immer noch nicht gro├č genug f├╝r alle Passagiere (klar bei fast 2.000). Deshalb wird abends in zwei Durchg├Ąngen (Sitzungen) gespeist. Die erste startet um 18:00 Uhr und die zweite um 20:30 Uhr. Es besteht ein Dresscode, der am Eingang des Restaurants ausgeschreiben ist.

Lido Restaurant

Das Lido ist ein Buffet-Restaurant f├╝r Fr├╝hst├╝ck, Mittag- und Abendessen (plus Mitternachtssnack f├╝r dringende Mitternacht-Notf├Ąlle). Es gibt keinen Dess-Code. Aber auch hier kann man abends nicht mit Badeklamotten und Sandalen rein. Aber an sonsten ist es sehr legere.

Jetzt wird der intelligente Leser denken ÔÇťWennn der Wintermeyer nur im Lido gegessen hat, dann muss das ja super gut seinÔÇŁ. Dem ist leider nicht so. Der Wintermeyer ist manchmal nur sehr pragmatisch. Das Essen im Lido hat etwas von einer gro├čen Kantine. Es gibt sehr viel und man wird nat├╝rlich auch satt. Aber ich habe kein Hauptgericht gefunden, das mir so richtig gut geschmeckt hat. Der Service war auch nicht richtig gut. OK, aber nicht richtig gut.

Die Softgetr├Ąnke-Automaten errinnern an eine Autobahn-Rastst├Ątte.

Wahrscheinlich w├╝rde ich morgen aber wieder ins Lido gehen. Es ist nicht schlecht. Es ist einfach nur auch nicht richtig gut.

Verandah Restaurant

War ich nicht drin. Kann ich nichts zu sagen.

Queens Grill Restaurant und Princess Grill Restaurant

War ich auch nicht drin, weil ich keinen Zugang dazu hatte.

Bars

An Bord der Queen Victoria muss keiner verdursten.

Golden Lion Pub

Nicht mein Ding. Ich mag englische Pubs nicht so. Davon abgesehen macht der Pub aber einen gem├╝tlichen Eindruck.

Chart Room, Commodore Club und Midships Bar & Lounge

Ich fasse es zusammen: Immer eine sehr angenehme Atmosph├Ąre. Kann man dort den ganzen Tag ├╝ber sitzen und entweder was lesen, mit anderen Leuten erz├Ąhlen oder einfach nur aus dem Fenster schauen. Tags├╝ber gibt es Kaffee, Tee und Co. Und wenn es sp├Ąter wird sehr leckere Cocktails. Bei Cocktails bin ich w├Ąhlerisch und war vom Angebot und der Umsetzung zufrieden.

Sonstiges

Es gibt noch sehr viel mehr Bereiche. Die kann ich hier gar nicht alle aufz├Ąhlen. Bitte schauen Sie einmal auf www.cunard.de/unsere-schiffe/queen-victoria/. Dort sind alle mit Fotos aufgef├╝hrt und beschrieben.

Die ├Âffentliche Bereiche sind alle einladend und alle gem├╝tlich. Englischer Landhausstil.

Bibliothek

Die Bibliothek erstreckt sich ├╝ber zwei Decks. Ich lese sehr gerne und deshalb war ich oft da. Beim ersten Besuch dachte ich ÔÇťNa ja, das h├Ątte ich mir jetzt gr├Â├čer vorgestelltÔÇŁ. Aber dann wurde mir sehr klar, das 6.000 B├╝cher ne Menge Papier ist und ich die so schnell nicht durch gelesen bekomme. Nat├╝rlich kann eine Bibliothek nie gro├č genug sein und jede Buchhandlung hat mehr Auswahl, aber diese Bibliothek wird selbst f├╝r eine Weltreise mehr als gen├╝gend Lesestoff bereit halten.

Es gibt verschiedene gem├╝tliche Sitzgelegenheiten und am Fester auch Bereiche mit Schreibtischen, an denen man arbeiten kann.

Man kann die B├╝cher dort lesen oder mit seiner Key-Karte auch ausleihen und wo anders lesen. Es gibt auch H├Ârb├╝cher.

Im Eingangsbereich der Bibliothek gibt es einen Aufsteller mit aktuellen Informationen und einem t├Ąglich wechselnden R├Ątsel.

TV, Radio und Internet

In der Kabine ist ein Fernseher an die Wand montiert. Es gibt eine Hand voll US- und UK-Satelitenprogramme. Zus├Ątzlich gibt es noch eine handvoll Radioprogramme, die ├╝ber den Fernseher ausgegeben werden.

Bei den meisten Fluggesellschaften gibt es heute eine gro├če Auswahl von on-demand Filmen, die man anschauen kann. Nicht selten ├╝ber 100. Auf der Queen Victoria gibt es jeden Tag einen oder zwei (daran kann ich mich nicht mehr genau errinnern) Filme, die in Endlosschleife und in verschiedenen Sprachen auf einem eigenen Fernsehkanal gezeigt werden. Das ist nicht mehr zeitgem├Ą├č und sollte von Cunard verbessert werden.

An Bord gibt es Sateliteninternet via WLAN. Allerdings so teuer (135 min Embarkation Special kostet 47,94 USD), das ich nicht mal kurz dr├╝ber nachgedacht habe. In der Bibliothek gibt es f├╝r alle die von diesen Kosten nicht zur├╝ckschrecken auch ├Âffentliche Computer mit Internetzugang.

In den ├Âffentlichen Bereichen gibt es auch gro├čes Fernseher, auf denen meistens ein Sportkanal l├Ąuft und bei denen sich z.B. zu Fussballspielen die Fans der jeweiligen Vereine zu einem alkoholischen Getr├Ąnk treffen.

Royal Court Theatre

Im vorderen Teil des Schiffes erstreckt sich ├╝ber drei Decks das Royal Court Theatre. Ich habe mir abends keine Show angeschaut, weil einfach nichts f├╝r meinen Geschmack dabei war. Tags├╝ber gibt es aber dort Vortr├Ąge von Guest Speakers. Ich habe mir zwei halbe Vortr├Ąge angeschaut. Den ersten nur zur H├Ąlfte, weil er super langweilig war und den zweiten nur zur H├Ąlfte, weil ich die Uhr falsch umgestellt hatte. Das war sehr ├Ąrgerlich, weil dieser Vortrag wirklich spannend war.

Das Konzept der Guest Speaker ist cool. Man hat durch die Schiff-Situation die M├Âglichkeit mit einem Speaker auch nach dem Vortrag ins Gespr├Ąch zu kommen. Alle Speaker reisen ja als normale Passagiere und deshalb kann man sie auch durch Zufall auf dem Schiff treffen. Nat├╝rlich kann ich nicht sagen, ob das f├╝r den Speaker auch so sch├Ân ist.

Kasino

Klar, darf ein Kasino nicht fehlen. Ob das was taugt? Keine Ahnung. Ich bin 1-2 mal durch gegangen. Ich kenne mich aber mit Kasinos nicht aus. Auf jeden Fall ist es nicht so laut wie die gro├čen Kasinos in Las Vegas.

Promenadendeck

Auf Deck 3 erstreckt sich rund um das ganze Schiff eine Art breiter Gehweg. Dort kann man Spazierengehen oder wer will auch Joggen. Es gibt Liegest├╝hle (war aber kein Liegestuhlwetter). Das Promenadendeck ist relaxend und spannend. Man kann sich hinsetzen und den Leuten zuschauen oder einfach nur spazieren gehen und aufs Meer rausschauen.

Zus├Ątzlich gibt es auf dem Deck 10 noch Aussenbereiche, auf denen man spazieren gehen kann. Aber das Promenadendeck auf Deck 3 hat einen eigenen und ganz besonderen Charme.

Kinder

Einer meiner Hauptinteressen bei dieser Tour war die Frage, ob ein solcher Ocean Liner f├╝r Familien geeignet ist.

Gefahren

Fangen wir erst mal mit den dramatischen Themen an: Ja, man kann ├╝ber die Reling auf dem Promenadendeck steigen und ins Meer st├╝rzen. H├Âchstwahrscheinlich gefolgt von einem grauseligen Tod durch ertrinken. Nat├╝rlich kann das Schiff anhalten und dann wird auch nach der vermissten Person gesucht. Aber die Chancen einen einzelnen Menschen treibend im offenen Meer zu finden sind nicht richtig gro├č. Und erfrohen ist man dann auch schnell.

Wie wahrscheinlich ist das ÔÇťmein Kind f├Ąllt ├╝ber die RelingÔÇŁ Scenario? Extrem unwahrscheinlich. Ein Kind m├╝sste schon absichtlich ├╝ber die Reling klettern und das w├╝rde dann auch ganz sch├Ân Kraft und Geschicklichkeit fordern. Das kann nicht durch einen Ausrutscher oder einen Unfall beim Spielen passieren.

In den Kabinen mit Balkon gibt es die M├Âglichkeit die Balkont├╝r abzuschliessen und den Schl├╝ssel mitzunehmen. Helikopterheltern k├Ânnten auch eine Kabine reservieren, bei der der Balkon ├╝ber dem Balkon einer anderen Kabine ist. Dann w├╝rde man auf diesen Balkon fallen. Aber auch hier: Man kann nicht aus Versehen ├╝ber die Balkon-Reling fallen!

Sonstige Gefahren? Keine. Man k├Ânnte h├Âchstens beim Spielen die Treppe runterfallen. So ein Schiff ist schon sehr sicher.

Krankheiten

Das b├Âse Noro-Virus ist der Albtraum aller Kreuzfahrer. Und ich kann es verstehen. Unsere Kinder haben mich zwei mal mit Noro aus dem Kindergarten angesteckt und so krank habe ich mich nie vorher und nie nachher gef├╝hlt.

Da Noro und Co. auf einem Schiff mit so vielen Menschen sich sehr schnell ausbreiten kann, gibt es auf dem ganzen Schiff Desinfektionsmittelspender. Vor jedem Restaurant steht ein Mitarbeiter mit einem Spender in der Hand. Das ist alles sehr gut organisiert. Die meisten Krankenh├Ąuser haben ein gr├Â├čeres Ansteckungspotential.

Seekrankheit

Ich kam in den Genu├č einer sehr st├╝rmischen ├ťberfahrt und hatte keine Probleme mit Seekrankheit. Merkw├╝rdigerweise hatte ich am Abend meiner R├╝ckkehr zu Hause leichte Probleme mit der Landkrankheit. Meinem Gleichgewichtsinn fehlte das sich bewegende Element.

Das Schiff verf├╝gt ├╝ber Stabilitsatoren, die bei st├╝rmischer See ausgefahren werden. Das sind seitliche Mini-Fl├╝gel, die einem Rollen des Schiffes entgegenwirken. Dadurch geht der Wellengang nicht weg, aber es ist ruhiger.

Arzt an Bord

Egal was passiert, es ist immer ein Arzt an Bord. Das ist schon ein sehr gro├čer Luxus.

Spielbereiche

Es gibt zwei Spielebereiche f├╝r Kinder in unterschiedlichen Altersstuffen. Diese kann man mit der Key-Karte betretten. An Deck gibt es allerlei Spiele (z.B. Tischtennis, Dame, Tennis, usw.).

An sonsten ist das ganze Schiff nat├╝rlich ein gro├čer Abenteuerspielplatz. Man kann sehr viel entdecken und beobachten. Das Personal erscheint mir sehr kinderfreundlich.

Essen

Das Lido Restaurant ist sehr gut f├╝r Kinder geeignet. Da findet sich auch f├╝r jeden Geschmack etwas. Bei den anderen Restaurants sollten die eigenen Kinder aber in der Lage sein, auch mal eine Stunde still zu sitzen und ruhiger zu sein.

Unterbringung

Es gibt Kabinen, die ausklappbare zus├Ątzliche Betten haben. Diese Kabinen kann man dann mit bis zu 2 Erwachsenen und 2 Kindern belegen. Die Kinder bekommen dann abh├Ąngig vom Alter einen Sonderpreis (z.B. 60% Rabatt auf den vollen Preis).

Leider gibt es nicht die M├Âglichkeit zwei Kabinen mit Verbindungst├╝r zu buchen. Verbindungst├╝ren gibt es einfach nicht.

Hamburg

Die Anreise ├╝ber die Alster ist spannend. Ich war um 05:00 Uhr morgens wach und habe mir von meinem Balkon die vorbeiziehenden H├Ąuser angeschaut. Sp├Ąter bin ich dann auf das Promenadendeck gegangen und habe mir das Anlegeman├Âver angeschaut.

Die Passagiere, die von Bord gehen m├╝ssen bis zu einer bestimmten Uhrzeit das Schiff verlassen (ca. 09:30 Uhr). Vorher kann man noch Fr├╝hst├╝cken. Gro├čes Gep├Ąck kann man dann an Land abholen. Es gibt einen relativ g├╝nstigen Bustransfer zum Bahnhof oder in die Innenstadt. Alternativ kann man auch mit dem Taxi fahren (ca. 25 Euro). Zu Fuss ist es ein wenig weit.

Empfehlung?

Auf jeden Fall! Ich bin ein eher schwieriger Kunde und finde fast ├╝berall etwas zu m├Ąckeln. Mir hat aber diese kurze Tour sehr viel Spass gemacht. Ich werde auf jeden Fall versuchen in Zukunft mal eine Transatlantikreise mitzumachen.
Folgen Sie Reisepassnummer auf @ Instagram