1. Oktober 2020

Kräuterwanderung zum Körbersee

Der Körbersee

Meine Reise nach Warth-Schröcken führt mich zu wunderbaren Naturschauplätzen im österreichischen Vorarlberg und in die faszinierende Welt der Kräuter. Der Start meiner geplanten Tour verläuft jedoch etwas holprig …

Als ich morgens den vereinbarten Treffpunkt von Veronika Walchs Kräuterwanderung erreiche, ist weit und breit niemand zu sehen. Zum Glück hilft ein Anruf beim Warth-Schröcken Tourismus, um das Rätsel aufzuklären: man hatte mich tatsächlich vergessen. Der freundliche Mitarbeiter Christoph erscheint kurzerhand mit einem geländegängigen Auto und setzt mich ein Stückchen weiter – gerade noch rechtzeitig – bei dem Rest der Gruppe ab.

Insgesamt haben sich zehn Teilnehmer für die Wanderung der erfahrenen Kräuterpädagogin Veronika Walch angemeldet. In den nächsten Stunden lässt uns die bekannte Expertin aus Lech an ihrem gewaltigen Erfahrungs- und Wissensschatz teilhaben. Neben vieler abenteuerlicher Namen lernen wir die oft überraschenden Heilwirkungen heimischer Pflanzen kennen. Eines wird dabei schnell klar: Gegen so ziemlich alles ist ein Kraut gewachsen.

Unsere Wanderung führt vorbei an Weiden, Kühen und verspielten Bächen zum offiziell schönsten Platz Österreichs 2017 – so schön, dass unsere Wanderleiterin sichtlich ins Schwärmen gerät. Nach einer lehrreichen Tour endet der Tag im malerisch gelegenen Berghotel Körbersee bei der Familie Schlierenzauer. Das “Refugium auf 1675 Höhenmetern” kann nicht mit dem Auto erreicht werden und sieht wirklich aus wie aus dem Bilderbuch – Seilbahn für das Gepäck der Gäste inklusive. Mein Resümee: mit einem normalen Hotelurlaub hat dieser Ort der Stille wenig zu tun.

Verleitet von der beeindruckenden Natur komme ich dann noch auf die Idee, Fotos mit meiner Drohne einzufangen, mit unerwarteten Folgen…

Transkription

00:00:03 Stefan

Christoph? Servus.

00:00:07 Christoph

Servus.

00:00:07 Stefan

Wie ist jetzt der Plan?

00:00:09 Christoph

Ich nehme dich ein StĂĽck mit.

00:00:10 Stefan

Aha, OK.

00:00:13 Christoph

Richtung UNV soweit ich fahren kann. Musst dich nicht anschnallen.

00:00:18 Stefan

OK.

00:00:20 Stefan-Off

Meine Kräuterwanderung mit der Veronika Walch beginnt etwas holprig. Mich hat nämlich beim vereinbarten Treffpunkt zur vereinbarten Uhrzeit keiner abgeholt. Stand ich da, habe gewartet, kein Mensch da, also habe ich bei Warth-Schröcken Tourismus angerufen - die veranstalten diese Touren - und da kam dann raus: Ja, die haben mich tatsächlich vergessen, deswegen holt mich jetzt der Christoph mit einem Geländegegendauto ab und fährt mich der Gruppe hinterher. Willkommen beim meinem Podcast Reisepassnummer. Mein Name ist Stefan Wintermeyer. Heute geht es nach Warth-Schröcken, Arlberg, Österreich.

00:01:00 Stefan

Gut, das war ja ein kurzes StĂĽck.

00:01:02 Christoph

Das ist die Veronika Walch. Ja, ja.

00:01:03 Stefan

Super. Christoph, vielen, vielen Dank.

00:01:06 Christoph

Servus.

00:01:09 Stefan

Danke.

00:01:10 Christoph

Wunderbar.

00:01:11 Stefan

Bis dann, tschĂĽĂź.

00:01:12 Veronika

Hallo.

00:01:13 Stefan

Servus, Veronika.

00:01:14 Veronika

Tut mir leid. Das war vor zwei Wochen die Information. Die habe ich nicht gespeichert.

00:01:19 Stefan

Kein Problem. Sag mal, kann ich dich gerade mit einem Mikrofon verkabeln noch?

00:01:25 Veronika

Ja.

00:01:26 Stefan-Off

Veronika ist sehr sympathisch und einen Tick älter als ich. Unsere Gruppe besteht insgesamt aus 10 Personen. Da gibt es 2 Pärchen in ungefähr meinem Alter und dann noch 4 junge Frauen. Und da habe ich erst gedacht, das wären Instagrammerinnen, weil die ständig Fotos gemacht haben, aber die haben sich alles nur aufgeschrieben, was die Veronika gesagt hat, und dann von jeder Blume und von jedem Kraut noch extra ein Foto gemacht. Ich hatte in meinem Rucksack Klamotten zum Übernachten dabei und meine Drohne. Und eventuell habe ich mit der noch einen klitzekleinen Unfall gehabt, aber das erzähle ich später.

00:02:01 Veronika

Das ist die Blutwurz. Wenn ich jetzt Zahnfleischbluten hätte, könnte ich ein Pulver von der Blutwurz drauflegen und das hört auf zu bluten. Also sie ist auch blutstillend, dann wirkt sie auf den gesamten Verdauungsapparat, also von da bis da - eben im Mund schon. Wenn ich Durchfall habe, trinke ich ein Stamperle Blutwurz, weil es zusammenziehend wirkt, und dann läuft das Ganze wieder. Wenn ich Verstopfung habe, trinke ich 2 oder 3 Stamperle, weil die Dosis macht ja das Gift, also wirkt es umgekehrt auch. Und wir werden jetzt eine Blutwurz graben, dass ihr euch das vorstellen könnt. Da die Erde wieder drauf, dass das ausschaut, als ob wir gar nicht da gewesen wären. Und nachdem die Natur uns was geschenkt hat, geben wir der Natur was zurück. Entweder einen Schluck Schnaps oder ein Bröckle Schokolade oder ein Haar. Da reißt man ein Haar raus und das legen wir dann da drauf. Das ist für die Bewohner dieser Gegend da, dass die auch was haben.

00:03:12 Stefan-Off

Also eins wird mir jetzt hier klar: Wenn ich mal alleine auf Kräuterwanderung gehen sollte, muss ich auf jeden Fall Schnaps mitnehmen, denn ich habe nicht mehr so viele Haare. Ich kann die nicht hier rechts und links hinschmeißen.

00:03:25 Veronika

Dürft schon herkommen. Bisschen aufpassen. Da ist es ein bisschen dreckig, aber wir betrachten das von der Nähe. Jetzt ist es ja so, dass man fast überall reingehen darf, weil abgemäht ist - speziell die Alpen. Ansonsten schimpfen uns die Bauern, wenn wir in die Wiesen reingehen. Also das soll man nicht tun. Das ist das Kleine Weideröschen und das Schmalblättrige. Die sind verwandt. Wir verwenden dieses Weideröschen, also das kleine, für Männergeschichten. Also Prostatabeschwerden, auch schon Krebs könnte man damit behandeln. Die Heilung liegt in Gottes Hand. Also wir können uns viel Gutes tun und hoffen, dass immer alles gutgeht. Wir machen eine Tinktur daraus, die dann eingenommen wird, und das ist medizinisch bewiesen, dass sich die Werte verbessern.

00:04:21 Stefan-Off

Unsere Wanderung fĂĽhrt uns ja konstant an Weiden entlang und da sind ĂĽberall KĂĽhe. Und jetzt treffen wir sogar noch einen Bauern, der versucht, ein paar KĂĽhe zusammenzutreiben.

00:04:35 Veronika

Folgen sie dir nicht?

00:04:37 Bauer

Ja, ja. UNV.

00:04:38 Veronika

[Lachen] Soll ich sie mitnehmen?

00:04:43 Bauer

Bitte?

00:04:44 Veronika

Soll ich sie mitnehmen?

00:04:45 Bauer

Ja, freilich.

00:04:46 Veronika

[Lachen] UNV.

00:04:49 Bauer

Ja.

00:04:50 Veronika

UNV auch eintreiben, oder?

00:04:52 Bauer

UNV.

00:04:53 Veronika

[Lachen] 

00:04:57 Stefan-Off

Jetzt zeigt uns Veronika etwas, das sogar ich schon kenne.

00:05:03 Veronika

Riecht mal dadran.

00:05:10 Teilnehmerin

Schnittlauch.

00:05:12 Veronika

Schnittlauch, genau. Also ist natürlich verblüht, ist hart, ist nicht mehr zu gebrauchen, aber nach wie vor sind die ätherischen Öle zu riechen. Wenn man das jetzt mähen würde und die Kühe das fressen, täte es einen würzigen Käse geben. Also genau das macht es aus. Also die Grundzutaten bei einem Gericht sind das Ergebnis des Gerichts. Und wenn man dann auch noch die Zeit hineinlegt und die Liebe hineinlegt, dann kann es nur was Gutes werden.

00:05:44 Teilnehmerin

Ist das jetzt tatsächlich Schnittlauch?

00:05:46 Veronika

Ja, der Bergschnittlauch. Im FrĂĽhjahr sieht man viele Hoteliers Schnittlauch sammeln. Die schneiden das klein und tun es dann in den TiefkĂĽhler, um es im Winter zu verwenden. Wird es dann auf die Suppe gestreut.

00:06:00 Stefan-Off

Als nächstes kommt rechts vom Weg so ein kleiner, verspielter Bach. Veronika kuckt da hin, sieht was, geht runter zum Wasser und pflückt für die ganze Gruppe Pflanzen.

00:06:12 Veronika

So, das reicht, glaube ich. Kriegt wieder was zum Essen, zum Probieren. Ich glaube, ich habe fĂĽr alle was. Teilt ihr es euch.

00:06:31 Teilnehmerin

Danke.

00:06:32 Veronika

Nach was schmeckt es?

00:06:35 Teilnehmerin

Ziemlich scharf.

00:06:36 Veronika

Ziemlich scharf, gell? Ja. Das sind die Senföle, die ihr da schmeckt. Das ist eine Bachkresse. Eine Bachkresse kommt immer da, wo ein Bächlein ist, dass das Ganze auch rinnt, und so mit derselben Temperatur. Also da ist irgendeine Quelle, die das Wasser da herliefert, und dann können wir die Bachkresse ernten. Die Senföle reinigen unsere Nebenhöhlen und unsere Stirnhöhlen. Also wenn wir da ein Problem haben - man merkt es eh. Es geht in die Nase, oder? Jetzt nehmen wir den Weg. Es ist der bessere von unten rauf und oben entscheiden wir noch mal: Gehen wir in die Richtung oder in die? Wir müssen das Wetter heute im Auge behalten. Ja, jetzt nebelt es ein. Drüben ist es noch schön und da ist es schwarz. Ja, ja, jetzt tröpfelt es schon.

00:07:52 Stefan-Off

Es fängt an, zu regnen.

00:07:53 Veronika

Schneller da, als erwartet.

00:07:55 Stefan-Off

Aber ich habe gestern meine Lektion gelernt. Ich bin gut vorbereitet. Ich habe mir nämlich die Regenhose angezogen. Wir gehen weiter, machen aber irgendwann auch mal einen Stopp, setzen uns hin und erzählen ein wenig.

00:08:06 Veronika

Wenn wir jetzt schon so beim Philosophieren sind: Warth-Schröcken hat den Slogan Atem der Berge und ich finde das einen sensationellen Slogan, weil wenn wir jetzt da sitzen und der Wind vorbeirauscht - also es ist ganz ein sanfter Wind. Man sieht es an den Blumen oder an den Zweigen. Es ist ganz ein sanfter Wind. Er kann auch brausend sein. Vor allem im Herbst wünschen wir uns das, dass er viel Schnee bringt, dass wir gut Ski fahren können. Aber wenn wir da so sitzen und nur die Luft einatmen, also den Atem der Berge einatmen, dann tut unserer Seele das gut. Das ist Seelenbalsam. Die Düfte, die Wirkstoffe - wir sind mitten in einem Paradies. So ein Atem der Berge hat ganz viel Kraft. Und die Kraft, die gibt es an dem Ort, und mir kommt vor, da an der Stelle auch, weil sonst wäre ich da nicht hockengeblieben und würde da darüber reden.

00:09:12 Stefan-Off

Wir stehen wieder auf und es geht weiter. Es regnet jetzt ein bisschen mehr und man muss beim Gehen wirklich aufpassen.

00:09:19 Veronika

Vorsicht. Ja, also immer sicherer Stand, dann nächster Schritt, dann ist alles gut. Da unten liegt schon unser Körbersee. Also schönster Platz Österreichs im Regen - das ist doch auch was Besonderes. Ja, das ist die eine Zelle. Dann müsste es wieder besser werden.

00:09:50 Stefan

Was machst du eigentlich bei Gewitter?

00:09:53 Veronika

Also bei Gewitter, da habe ich Angst. [Lachen] Nein, also ich schaue schon auf den Wetterbericht. Wenn es jetzt nur ein Gewitter ist, geht es. Dann schaue ich halt, dass ich die Tour so mache, dass ich irgendwo Unterstand finde. Ansonsten mache ich keine Kräuterwanderung, wenn es jetzt mehrere Gewitter hätte. Dann gehen wir lieber in die Kräuterwerkstatt und produzieren was.

00:10:17 Stefan-Off

Kräuterwerkstatt, das hat mich natürlich neugierig gemacht.

00:10:21 Veronika

Ich habe mir einen Raum geschaffen, wo ich einfach mit Kräutern arbeiten kann. Sei das zu unterrichten oder Kochkurse oder Workshops, wie man Salben macht, wie man Tinkturen macht und so weiter. Also die ganze Bandbreite.

00:10:40 Stefan

Wie bist du darauf gekommen?

00:10:43 Veronika

Also den Impuls jetzt für die zweite Phase der Kräuter. Der erste Impuls war meine Großmutter, die uns immer Kräutersammeln geschickt hat, was wir sehr widerwillig macht haben. Dann war ganz lange nichts und dann der Impuls mit der Älplerin Franziska. Die hat ein Kraut gesucht für ein Kälble, das krank war. Das war die Alpenmutterwurz. Und das hat mich so geflasht. Da war ich so fasziniert, dass ich angefangen habe, selber zu schauen, was wächst. Was ist das? So halt langsam reingewachsen und dann habe ich verschiedene Ausbildungen gemacht. Der schönste Platz Österreichs 2017. Es ist auch sehr idyllisch und schön, vor allem wenn keine Leute da sind.

00:11:40 Stefan-Off

Für mich ist das jetzt das Ende der Kräuterwanderung. Ich werde im Hotel Körbersee übernachten. Die Veronika hat für den Rest der Gruppe aber noch was ganz Spezielles.

00:11:48 Veronika

Ihr macht euch trocken und kommt zu mir in die Kräuterwerkstatt, dann machen wir noch ein Sälble.

00:11:53 Teilnehmerin

Ja.

00:11:54 Veronika

Also die Idee geht in Ordnung.

00:11:58 Teilnehmerin

Was ist ein Sälble?

00:11.58,Veronika,Eine Salbe.

00:12:00 Teilnehmerin

Ach so. [Lachen]

00:12:01 Veronika

Ein kleines Döschen mit was drin ist ein Sälble.

00:12:05 Stefan-Off

Das mit der Salbe in der Kräuterwerkstatt hätte ich auch sehr gerne gemacht, aber ich muss halt hierbleiben am schönsten Ort Österreichs. Gibt Schlimmeres.

00:12:11 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Hallo.

00:12:12 Stefan

Hallo.

00:12:13 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

So. In dem Fall hat die Veronika die Wanderung hier fĂĽr Sie beendet.

00:12:18 Stefan

Ah. Hallo, ja. Super, hat sie schon Bescheid gesagt.

00:12:20 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

[Lachen] Ja, ich war dann kurz draußen. Hat sie gesagt, ja.

00:12.24,Stefan,Hallo. 00:12:25 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Gut angekommen in Ă–sterreich?

00:12:27 Stefan

Sehr gut angekommen, ja. Toll. Also tolle Lage.

00:12:30 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Ja, doch. Mitten in der Natur. [Lachen]

00:12:32 Stefan

Ja, Wahnsinn. Wahnsinn.

00:12:33 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Schön.

00:12:35 Stefan

Kann ich schon auf das Zimmer oder ist das noch zu frĂĽh?

00:12:37 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Ja, das geht schon.

00:12:40 Stefan-Off

Das ist ĂĽbrigens die Frau Schlierenzauer. Das ist die Hotelchefin. Die checkt mich jetzt ein und bringt mich danach zum Zimmer.

00:12:53 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

So, Bitteschön. Sie sind jetzt auf -1 und fahren auf 2 hoch.

00:12:57 Stefan

Ach so.

00:12:58 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Und wenn Sie ins Restaurant wollen oder in den Wellnessbereich, bitte immer wieder auf -1. Die zwei Häuser sind unterkellert.

00:13:04 Stefan

OK.

00:13:04 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Wir treffen uns im 2. Stock wieder.

00:13:06 Stefan

OK. [Aufzugsgeräusche]

00:13:22 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Jawohl. So, Ihr Zimmer.

00:13:28 Stefan

Ich danke Ihnen vielmals.

00:13:29 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

UNV.

00:13:30 Stefan

OK, super.

00:13:31 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Einen schönen Abend.

00:13:32 Stefan

Danke. TschĂĽĂź.

00:13:32 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Gerne.

00:13:36 Stefan

Wow.

00:13:39 Stefan-Off

Ich bin im Zimmer 503. Das ist in dem neuen 4-Sterne-Bereich. Das Zimmer ist ziemlich groß. Großes Bett, Sitzgelegenheit mit Sofa und zwei Stühlen, großes Bad, sehr schön, kleinen Fernseher, Schrank und so weiter. Riesen Balkon - geht um die Ecke. Ich gehe raus auf den Balkon und sehe direkt den Körbersee. Wunderschön. Rechts sehe ich die Seilbahn. Mit dieser kleinen Seilbahn können die Hotelgäste ihr Gepäck hochtransportieren lassen, denn es gibt ja keine Autoverbindung zum Hotel. Ich habe meine Sachen im Rucksack und packe die jetzt aus. Der Körbersee liegt laut Wikipedia auf einer Höhe von 1654m, hat eine Fläche von 3ha und Trinkwasserqualität. Wenn man davorsteht, da sind überall Berge drumrum. Das sieht aus wie aus einem Bilderbuch für die Alpen.

00:14:32 Stefan

Ich bin ja heute morgen diesen Weg - ich weiĂź nicht, von wo jetzt genau.

00:14:36 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Alpengarten, also vom Hochtannbergpass, ja.

00:14:38 Stefan

Genau. Runter und das ist schon beeindruckend, wenn man dann so in dieses Tal reinkuckt und dann den See und das Hotel - wow.

00:14:47 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Ja.

00:14:47 Stefan

Das ist Wahnsinn.

00:14:49 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Doch, also es ist ein besonderer Platz. Wir sagen immer, wir merken, wenn unsere Gäste so drei Tage lang hier sind: Ja, der Gast kommt wieder. Dem hat es jetzt ganz gut gefallen. Oder manche merken einfach: Das ist jetzt ein bisschen zu ruhig oder zu viel Natur oder so. Ja, man muss auch das mögen.

00:15:12 Stefan

Ja, das stimmt.

00:15:14 Stefan-Off

Abends und morgens hat mir der Körbersee am besten gefallen. Tagsüber sind halt sehr viele Tagestouristen da und so ab 17 Uhr werden das immer weniger und abends ist da gar keiner mehr. Das Hotel hatte, wie ich da war, vielleicht 20 Gäste. Ich habe sie nicht gezählt, aber sowas in dem Dreh werden es gewesen sein. Und dann ist man an dem See ganz alleine. Da sind auch zwei Ruderboote. Hotelgäste dürfen sich die nehmen. Habe ich nicht gemacht. Ich habe mich auf die Parkbank da gesetzt - da sind mehrere Parkbänke - und habe die Natur genossen. Das war traumhaft. Das war wirklich, wirklich traumhaft. Am Nachmittag hatte ich noch eine geniale Idee. Das Hotel liegt ja direkt am See, drumrum sind ja Berge. Das ist ja eine traumhafte Landschaft, da habe ich gedacht: Jetzt packst du mal die Drohne aus und dann fliegst du mit der Drohne vom Hotel rückwärts über den See und machst da eine tolle Panorama-Aufnahme. Das sieht bestimmt gut aus. Gesagt, getan. Und ich fliege über den See, nur dummerweise hat die Drohne auf der Rückseite keine Kamera und ich kucke die ganze Zeit auf das Bild vorne, wie schön der See aussieht, wie schön das Hotel aussieht, aber auf der anderen Seite des Sees ist ja auch wieder ein Berg. Ja, fliege ich mit der Drohne voll in den Berg rein. Ziehe ich meine Wanderschuhe an und suche die Drohne. [Piepen] Die hat Gott sei Dank so einen Signalton, so einen Notfall-Beacon, das heißt, man kann sie hören, wenn man nah genug dran ist, und ich wusste ungefähr, wo sie ist. Und dann bin ich da eine gute Stunde im Berg rumgekrakselt. Das war echt anstrengend und ein bisschen gefährlich - ein bisschen gefährlich. Und dann habe ich die Drohne gefunden und war danach fix und fertig. Ich bin dann wieder ins Hotel, habe noch gerade was zu Abend gegessen und bin dann sehr früh ins Bett und war entsprechend am nächsten Morgen relativ früh wieder wach.

00:17:14 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Guten Morgen.

00:17:15 Stefan

Guten Morgen. Ich wollte nur auschecken. 503.

00:17:19 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Mhm.

00:17:21 Stefan

Ich muss jetzt wieder zum Hotel Adler, das heiĂźt, ich gehe jetzt da hoch, oder?

00:17:24 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Da rauf und links hoch der breite Wanderweg.

00:17:27 Stefan

Super.

00:17:27 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Ja.

00:17:28 Stefan

Ich danke Ihnen.

00:17:28 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Möchten Sie nichts?

00:17:29 Stefan

Wie bitte?

00:17:29 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Einen Kaffee?

00:17:30 Stefan

Nö, nö, nö. Eine Stunde später. Ist OK. Alles gut.

00:17:35 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Kommen Sie wieder? Nein.

00:17:36 Stefan

Ne, ne, ne.

00:17:37 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Aber ich habe schon, wenn Sie eine Tasse Kaffee mögen -

00:17:39 Stefan

Ich trinke gar keinen Kaffee, deswegen -

00:17:40 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Oder -

00:17:41 Stefan

Nö, ist OK. Machen Sie sich keinen Kopf.

00:17:43 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Schön.

00:17:44 Stefan

Na, Hund? Darf ich ihn streicheln oder -

00:17:46 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Ja, ja.

00:17:48 Stefan

Wie alt ist der denn?

00:17:49 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

4 Jahre. UNV heiĂźt sie.

00:17:53 Stefan

Na?

00:17:56 Stefan-Off

Das war so ein groĂźer Bernhardiner, der da im Flur lag und den ich natĂĽrlich noch streicheln musste.

00:18:02 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Ja, bis dann.

00:18:02 Stefan

TschĂĽĂź.

00:18:02 Ulrike Schlierenzauer (Hotelchefin)

Alles Gute. TschĂĽĂź.

00:18:06 Stefan-Off

Ich gehe raus und nehme den Wanderweg Richtung Hotel Adler. Die Sonne geht gerade erst auf und das sieht natürlich wahnsinnig schön aus. Die Sonne kommt so Stück für Stück über die Berggipfel rüber. Supertolles Licht. Ein bisschen Raureif noch auf dem Gras, ein bisschen frisch, aber nicht jetzt richtig kalt, sondern ein bisschen frisch und schon einzeln Wildtiere. Ich sehe ein Reh, ich sehe einen Greifvogel, ich höre diverse Vögel, ich sehe natürlich jetzt auch viel mehr die Kräuter und die Blumen und das ist traumhaft und ich bin ganz alleine unterwegs. Um die Uhrzeit ist ja sonst keiner unterwegs. Und das war ein absolutes Highlight noch mal, dieser Rückweg ganz alleine, diesen Weg zu gehen in der Natur. Das war wie aus dem Bilderbuch der Alpen. Wahnsinn war das. Mir hat diese Wanderung durch die Natur superviel Spaß gemacht. Ich hoffe, Ihnen hat diese Folge auch gefallen. Wenn ja, dann würde ich mich unheimlich dadrüber freuen, wenn Sie Ihren Freunden und Bekannten von dem Podcast Reisepassnummer erzählen würden. Vielen Dank dafür schon mal. Die Produktion dieser Folge wurde von Warth-Schröcken Tourismus gesponsert, die Übernachtung im Hotel Körbersee jeweils zur Hälft von Warth-Schröcken und zur Hälfte vom Hotel Körbersee bezahlt.

00:19:30 Veronika

Das ist das kleine Weideröschen.

00:19:32 Stefan-Off

Die Kräuterwanderung ist für alle Gäste, die in Warth-Schröcken übernachten, gratis. Man muss sich nur vorher bei Warth-Schröcken Tourismus anmelden. Die Webseite verlinke ich auf reisepassnummer.de.

00:19:44 Veronika

Da oben das Violette, das ist das Große Weideröschen.

00:19:48 Stefan-Off

Es gibt noch weitere gratis Wanderungen. Ich glaube, eine Sonnenaufgangs- und eine Sonnenuntergangswanderung.

00:19:53 Veronika

Da haben wir den blauen Eisenhut wieder. Der ganz giftige.

00:19:57 Stefan-Off

Ansonsten gibt es in jedem Hotel auch so einen Aushang mit dem aktuellen Wochenplan und mit den Informationen dazu.

00:20:04 Veronika

Und da haben wir wieder die Heidelbeere.

00:20:06 Stefan-Off

Wie immer an dieser Stelle: Ich freue mich ĂĽber Feedback. Also was ist gut, was ist schlecht? Meine E-Mail-Adresse ist stefan@wintermeyer.de. Stefan mit F, Winter wie Sommer, Meyer mit E-Y.

00:20:17 Veronika

Das sind wieder Arnika da.

00:20:18 Stefan-Off

Bis zum nächsten Mal. Tschüß.

00:20:20 Veronika

Der WeiĂźe Germer. Gelber Enzian. Der Augentrost heiĂźt Euphrasia. Der Frauenmantel. Das ist das Laser, Berglaserkraut. Das ist die Sterndolde. Das ist die Goldrute. Das ist Silberwurz.

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