Reisen zum Hören - Um die Welt mit Stefan Wintermeyer
1. November 2020

Moselsteig Seitensprung Leiermannspfad

Manuel Andrack vor dem Schild mit der Wegbeschreibung

Meine heutige Wanderung fĂŒhrt mich zum Leiermannpfad, einen Seitensprung des legendĂ€ren Moselsteigs. Begleitet werde ich von Wanderprofi und Autor Manuel Andrack.

Der Moselsteig ist ein Fernwanderweg, der sich ĂŒber 365 km durch das gesamte Moseltal zieht. Die SeitensprĂŒnge sind Partnerwege des Moselsteigs und eignen sich gut fĂŒr Tagestouren.

Los geht es morgens um 9.30 Uhr in Starkenburg an der Mosel in Rheinland-Pfalz. Vor uns liegen rund 10,8 km Wanderweg in PremiumqualitĂ€t. Von Manuel erfahre ich, dass diese Wege sehr gut markiert und dadurch praktisch „unverlaufbar” sind (Spoiler-Alert: Nicht ganz!). Ein weiteres Merkmal von Premiumwegen – so lerne ich vom Wanderprofi – ist, dass sie alle drei Jahre von einem Zertifizierer akribisch auf ihre QualitĂ€t bewertet werden.

Das erste Highlight unserer Wanderung erwartet uns bereits nach rund einer halben Stunde Fußweg. Am Ende eines Pfades genießen wir einen einzigartigen Ausblick ĂŒber die Mosel bei wunderbarem Wetter. Wie es der Zufall will, gibt es hier auch noch einen einladenden Tisch mit BĂ€nken. Bei einem halbtrockenen Riesling (“Liebling vom Chef”) blicken wir ĂŒber die Weinberge und lassen es uns gut gehen. Manuel verrĂ€t dabei einiges ĂŒber seine Erfahrungen mit Weinwanderungen. Sein Fazit: „Man verbindet den Genuss dieser Landschaft mit dem Genuss auf der Zunge.“

Nach unserer kleinen Pause erwartet uns die erste Überraschung des Tages: Der Wanderweg vor uns ist gesperrt und eine Alternative ist nicht ausgeschildert. Wir wagen es trotzdem, weiter zu gehen und stellen fest, dass von HolzfĂ€llarbeiten weit und breit keine Spur zu sehen ist – unser GlĂŒck!

Nach gut 16 Leistungskilometern mit vielen interessanten GesprĂ€chen inklusive einer ĂŒberraschenden Gesangseinlage von Manuel kehren wir in einem örtlichen Restaurant ein, um den Tag ausklingen zu lassen. Eine inspirierende und amĂŒsante Wanderung mit gutem Wein und wertvollen Erkenntnissen geht zu Ende.

Transkription

00:00:03 Manuel

Übrigens auch ein Vorteil des Wanderns - und die Einkehr gehört ja natĂŒrlich zum Wandern dazu: Man redet ĂŒber Sachen, ĂŒber die man normalerweise nicht so reden wĂŒrde. Wandern löst die Zunge.

00:00:15 Stefan-Off

Das ist die Stimme von Manuel Andrack. Das ist der deutsche Wanderexperte. Das, was er hier sagt, hat er ganz am Ende unserer Wanderung gesagt. Wir treffen uns am Anfang neben der Kirche. Sonniger Tag. Manuel voll Wanderprofi: Wanderschuhe, kurze Hose, braungebrannte Beine, Wanderrucksack. Ich: Zu kleine Wanderschuhe, Jeans mit Loch am Knie, kein Rucksack.

00:00:45 Stefan

Was hast denn du alles dabei in deinem Rucksack?

00:00:49 Manuel

Einen Apfel und eine Flasche Wein.

00:00:50 Stefan

Einen Apfel und eine Flasche Wein.

00:00:52 Manuel

[Lachen] Ist ja eine Weinwanderung.

00:00:57 Stefan-Off

Weinwanderung - da bin ich mal echt gespannt. Wir starten in Starkenburg, das ist ein kleiner Ort in der NÀhe der Mosel in Rheinland-Pfalz, und wandern den Leiermannspfad. Das ist ein Rundwanderweg, ungefÀhr 10,8km lang. Mein Name ist Stefan Wintermeyer. Willkommen bei meinem Podcast Reisepassnummer.

00:01:20 Manuel

Schon so ein richtiger Wanderweg, ne?

00:01:21 Stefan

Das heißt, du kennst den Weg auch nicht.

00:01:23 Manuel

Nein, sonst ist das doch witzlos, den zu gehen. Also ich finde das witzlos. Oder sagen wir mal so: Also wenn ich jetzt eine große Wandergruppe hĂ€tte, wĂŒrde ich eher einen Weg gehen, den ich schon kenne.

00:01:39 Stefan

Scheiße, ich habe keine Maske dabei. Doch, ich habe eine dabei.

00:01:41 Manuel

Brauchen wir auch nicht. Also ich habe meine jetzt auch nicht dabei. Also einkehren mĂŒssen wir nicht, ich habe ja die Flasche Wein dabei.

00:01:52 Stefan

Auf das Einkehren habe ich mich am meisten gefreut.

00:01:54 Manuel

Echt?

00:01:55 Stefan

Ja, ich habe jetzt gedacht, wir wĂŒrden irgendwo -

00:01:58 Manuel

Weiß ich nicht.

00:01:59 Stefan

Auf HĂ€lfte des Weges dann einen ganz tollen Gasthof finden.

00:02:02 Manuel

Das ist so wochentags, mittags -

00:02:04 Stefan

Echt?

00:02:04 Manuel

Schwierig, ja. So, jetzt werden wir hier durch einen Ort geschickt.

00:02:18 Stefan

Du musst mir das mal gerade sagen: Du kuckst jetzt nach irgendwelchen Schildern hier oder -

00:02:20 Manuel

Ja. Ja, genau. Ach so, ja. Also soll ich das mal erklÀren?

00:02:24 Stefan

Ja, das wÀre toll.

00:02:27 Manuel

Also wie man hier an den uralt Zeichen sieht, ist das auch ein sehr alter Wanderweg, der Moselhöhenweg. Der ist aber sehr in die Jahre gekommen. Der ist also ĂŒber die gesamte LĂ€nge an der Mosel entlang doch sehr, sehr viel ĂŒber Asphalt gegangen, auch gerade durch die Weinberge. Und dann hat man gesagt: Jetzt machen wir den Moselsteig. Und es gibt jetzt unter dem schönen Namen SeitensprĂŒnge kleine Tagestouren, die an den Moselsteig angeflanscht sind sozusagen. Und das sind sogenannte Premium-Wege. Premium-Wege zeichnen sich dadurch aus, dass sie erstens mal optimal markiert sind. Also das heißt, auch ohne dass ich hier je war, werden wir uns heute nicht verlaufen. Diese Wege sind sozusagen unverlaufbar.

00:03:15 Stefan-Off

Unverlaufbar, nein, nein, nein. Das macht ja gar keinen Spaß. Ich frage mich, wann wir uns das erste Mal verlaufen und wie oft wir uns verlaufen werden.

00:03:25 Manuel

Das ist mal das Erste und auch schon mit das Wichtigste, dass eben an jeder Ecke - also fĂŒr meinen Geschmack sind es sogar schon relativ wenig Markierungen, aber es geht auch nur geradeaus - dass man sich auf diese Markierungen verlassen kann. Also eigentlich braucht man nur den Ausgangspunkt, wie hier jetzt bei uns der Parkplatz, und dann geht man die Runde und dann kommt man genau da wieder raus. Fast noch wichtiger: Die QualitĂ€t des Weges muss stimmen. Also da kommt alle drei Jahre ein Zertifizierer. Schön deutsch: Es muss alles bepunktet und zertifiziert werden. Ist vergleichbar mit einer Hotelbewertung - 5 Sterne, 4 Sterne, 3 Sterne. Und der beurteilt alle 100m des Weges und errechnet eine Punktzahl, ob der Untergrund des Weges gut ist, Asphalt oder nicht Asphalt, ob die Umgebung schön ist. Also dass das jetzt hier ein alter Moselort ist, gibt mehr Punkte. Komm, jetzt sind wir schon falsch gegangen. [Lachen] Sehr lustig.

00:04:37 Stefan

Sage mir mal gerade: Worauf mĂŒssen wir denn achten?

00:04:41 Manuel

Wir mĂŒssen hierdrauf achten: Das hier ist unser Zeichen.

00:04:44 Stefan

Also Seitensprung.

00:04:45 Manuel

Moselsteig-Seitensprung-Leiermannspfad, diesen Weg gehen wir heute.

00:04:48 Stefan

OK.

00:04:50 Manuel

Aber wie gesagt, wir haben uns schon verlaufen. [Lachen] Aber das macht nichts. So, also das sind diese stilisierten Schieferplatten.

00:05:06 Stefan

Ja. Ach, Schieferplatten sind das. Ich habe die ganze Zeit ĂŒberlegt: Was soll das denn sein?

00:05:10 Manuel

Das sollen die Schiefer-Trockenmauern von den Weinbergen sein.

00:05:14 Stefan

OK.

00:05:15 Manuel

So, und dann haben wir hier in Gelb den Moselsteig und in GrĂŒn den Seitensprung. Und dem folgen wir jetzt.

00:05:19 Stefan

OK.

00:05:21 Manuel

Hier, das ist - kann ich aber gleich noch mal an einer besseren Stelle zeigen - ein Beruhigungszeichen. Das heißt, wir hatten da vorne eine WegĂ€nderung, wenn wir da mal die Treppe runtergekommen wĂ€ren. Sind wird nicht. So, und damit der Wanderer weiß - deswegen wusste ich auch eigentlich eben, dass wir nicht auf dem richtigen Weg waren, weil ich kein Zeichen mehr gesehen habe - wenn der dann dieses Zeichen sieht, ist er beruhigt und weiß: Ich bin auf dem richtigen Wege.

00:05:44 Stefan

Ah, OK.

00:05:49 Manuel

Also wir werden ja gleich verschiedene Blicke auf die Mosel haben. Das gibt dann immer volle Punktzahl. Und am Ende werden die Punkte quasi zusammengerechnet und dann wird gekuckt: Wie viele Punkte hat der Weg? Wenn er ĂŒber 40 von 100 Punkten erreicht hat, ist es ein Premium-Weg. Und dann gibt es dann halt eben unterschiedliche AusprĂ€gungen. Also ich glaube, dieser Weg hier hat 60 oder so. Es gibt auch Wege im Saarland, die haben ĂŒber 90. Das machen die hier bei den SeitensprĂŒngen nicht. Also im Saarland haben die dann angefangen, auch ganz neue Pfade zu bauen.

00:06:24 Stefan

Ja.

00:06:26 Manuel

Dann ging es hier so einen Abhang runter und dann haben die einfach gesagt - jetzt nicht so steil, aber: Och, hier der Weg da oben ist langweilig und der unten ist auch langweilig, dann machen wir mittendrin einen ganz neuen Pfad in den Berg. Einfach quer durch. Und der sieht dann nach einem Jahr aus, wenn da genug Wanderer drauf gehen, als wenn da schon immer Wandergesellen langgegangen wÀren.

00:06:54 Stefan-Off

Wir hatten uns ja morgens um 9.30 Uhr in Starkenburg getroffen und jetzt waren wir ungefĂ€hr eine halbe Stunde unterwegs. Es war ein wirklich schöner Wanderweg. Kleiner Pfad durch den Wald, ein bisschen bergauf, ein bisschen bergab, und jetzt haben wir zum ersten Mal die Mosel gesehen und das war dramatisch schön. Wir sehen hier von so einer Felsenkante so eine Moselschleife und das Wetter ist schön - Wahnsinn. Und wie es der Zufall will: Hier steht ein Tisch und zwei BĂ€nke. Da mĂŒssen wir eine Pause machen.

00:07:28 Manuel

Wenn man mit dem Auto fĂ€hrt beim Weinwandern, ist natĂŒrlich immer die Devise: Ziemlich am Anfang den Wein trinken. Ist logisch, ne? Dann ist der halt perdu, wenn man wieder ins Auto steigt. Dann ganz wichtig: Der Profi hat eine Weinmanschette.

00:07:47 Stefan

Ja.

00:07:47 Manuel

Von unserem derzeitigen DFB-PrÀsidenten.

00:07:50 Stefan

Aha. Siehst du, jetzt fehlt meine Frau. Meine Frau ist Winzer-Tochter.

00:07:54 Manuel

Ach, echt?

00:07:54 Stefan

Ja.

00:07:55 Manuel

Kuck mal, ich war nĂ€mlich extra vorher noch - ich war sehr pĂŒnktlich, nehme ich voraus.

00:07:58 Stefan

Ja.

00:07:59 Manuel

Ich war unten schon in Enkirch, da, wo unser Wendepunkt ist.

00:08:01 Stefan

Ja.

00:08:02 Manuel

Und da hatte ich gesehen, dass eine Vinothek, die dankenswerterweise schon um 9 Uhr auf hat vom Weingut Immich-Anker. Deswegen ist hier auch so ein Anker drauf. Und dann dachte ich, hier mit einem Liebling vom Chef -

00:08:16 Stefan

Kannst du nichts falsch machen.

00:08:18 Manuel

Da kann man nichts falsch machen. Echt. So, und ich habe auch extra - deswegen ist das wahrscheinlich auch der Liebling vom Chef - halbtrocken, weil der Riesling normalerweise natĂŒrlich viel SĂ€ure hat.

00:08:32 Stefan

Ja.

00:08:33 Manuel

Und ich finde, der Halbtrockene, der ist ja nicht sĂŒĂŸ. Der ist ja nicht lieblich. Der ist normalerweise - der riecht schon gut - doch, hat genug SĂ€ure. Der ist gut, ne?

00:08:52 Stefan

Ja. Ja.

00:08:54 Manuel

Und ich finde das immer so schade. Also meine Mutter, die ist natĂŒrlich aufgewachsen in den 50ern, 60ern, wo man ganz ĂŒble, sĂŒĂŸe Plörre getrunken hat.

00:09:03 Stefan

Ja.

00:09:04 Manuel

Bei Familienfeiern. [Lachen] Und deswegen ist die da so ein bisschen traumatisiert und sagt immer: Trocken, trocken, trocken, und dann sage ich immer: Trocken ist ja kein selbstzweck. Also vielleicht kommen wir ja hier auch an einem Weinberg vorbei - gut, die sind mitten in der Lese, aber wenn wir GlĂŒck haben, hĂ€ngen da ein paar Trauben. Wenn man da jetzt die Trauben, oder die Beeren heißt das ja, direkt vom Weinstock nimmt, die sind ja nicht sauer. Die sind ja sĂŒĂŸ. So, und wenn dann es so Weine gibt, die einem wirklich den Gaumen auf links ziehen vor Trockenheit und zu viel SĂ€ure und Richtung Essig gehen, weiß ich nicht, wo da der Weinspaß dran sein soll. Also ich will ja auch was von der Fruchtigkeit der Traube schmecken zum einen beim Wein.

00:09:50 Stefan

Ja.

00:09:51 Manuel

Aber kommt gut, oder?

00:09:52 Stefan

Kommt gut.

00:09:53 Manuel

Wir haben ja schon was getan. Wir sind aufgestanden, haben gefrĂŒhstĂŒckt, sind mit dem Auto an die Mosel gefahren hier bei Traben-Trarbach und dann darf man schon mal einen Schluck Wein trinken. Das gehört ja auch in einer gewissen Hinsicht zu meinem Beruf dazu, genauso wie beim Winzer das Weintrinken auch morgens dazugehört.

00:10:14 Stefan

Ja.

00:10:15 Manuel

Also seit 2017 - da habe ich einen Auftrag gehabt vom deutschen Weininstitut und habe 13 Anbauregionen bewandert. Und da bin ich dabei geblieben bei diesem Thema Weinwandern.

00:10:29 Stefan

Ja.

00:10:30 Manuel

Und ich finde das halt wirklich schön. Also wie wir hier jetzt sitzen - wir hauen uns das Zeug ja jetzt auch nicht irgendwo in einer HolzhĂŒtte rein mitten im Wald, sondern es gehört ja auch - also ich meine, du hast leider nicht - dahinten eher. Ich habe jetzt auch noch einen Blick hier so auf Enkirch und die Weinberge. Genau die Weinberge natĂŒrlich, wo dieser Wein gemacht wurde, und das heißt, man verbindet dann den Genuss hier dieser Landschaft, wo der Wein wĂ€chst, mit dem Genuss auf der Zunge. Herrlich.

00:11:06 Stefan

Der schmeckt echt gut.

00:11:08 Manuel

Der ist super. Muss man sich merken. Und ich bin aber dafĂŒr da, dann eben zu sagen: Nicht nur Wein trinken, nicht nur Wein bestellen, sondern auch einfach mal da hinfahren, wo der Wein herkommt, weil die sind halt immer schöne Gegenden. Meistens eben so Flusslandschaften. Diese Vinothek war voll, aber voll mit FrĂŒhstĂŒcksgĂ€sten. Die haben da wohl auch jede Menge Ferienwohnungen, aber das war keiner vom Weingut. Und dann sagten die: Ja, mĂŒssen wir mal beim BĂŒro klingeln, und dann kam da so ein alter Mann, der kaum gehen konnte, dann habe ich gesagt: Ich wollte eine Flasche Wein gerne kaufen zum Wandern. Hat er direkt gestrahlt.

00:11:47 Stefan

[Lachen]

00:11:48 Manuel

Fand ich schon mal gut. Und nicht so: Oh, jetzt kommt der. Jetzt muss ich da irgendwie mich ĂŒber den Hof bewegen nur fĂŒr eine Flasche Wein, Aber kalt muss sie sein, weil die wird gleich verzehrt, Ja, alles klar. Kein Problem. Kriegen wir hin. Dann habe ich gefragt, ob er denn der Chef wĂ€re, weil da stand ja Liebling vom Chef.

00:12:03 Stefan

Ja.

00:12:03 Manuel

Nein, das wĂ€re er nicht mehr - man muss auch loslassen können. So, und ich war ja nur fĂŒnf Minuten da, ne? Aber das war so eine kleine Geschichte, die mich irgendwie froh gemacht hat. Und dann hat er noch irgendwie mir zu wenig Wechselgeld gegeben. [Lachen] So, ich packe mal weg, damit wir nicht zu viel trinken. Vielleicht werden wir -

00:12:21 Stefan

Mach das. Man sieht, du bist sehr weise. Das ist -

00:12:24 Manuel

Ja, ja, ja, [Lachen] ich habe da Erfahrung mit.

00:12:28 Stefan

Ja.

00:12:29 Manuel

Ganz gefÀhrlich ist es, wenn ich alleine unterwegs bin.

00:12:31 Stefan

[Lachen] 

00:12:35 Manuel

Das nimmt doch die ganze Zeit auf, ne?

00:12:36 Stefan

Ja.

00:12:37 Manuel

Muss ich nicht alles gleich noch mal erzÀhlen. So, dass du sagst, jetzt geht es -

00:12:41 Stefan

Du musst nur sagen -

00:12:41 Manuel

Jetzt geht es richtig los.

00:12:42 Stefan

Du musst nur irgendwann sagen, wenn dir was rausrutscht, was du nicht erzÀhlen willst.

00:12:45 Manuel

Ach so.

00:12:46 Stefan

Dann musst du danach sagen: Das hier lieber nicht.

00:12:47 Manuel

Das passiert nicht. Ich sagte ja nach meinem ersten Wanderbuch Du musst wandern von 2005: Jetzt hast du wirklich alles ĂŒber Wandern geschrieben, was man so schreiben kann. So, und dann habe ich aber schnell festgestellt: Bei jeder Wanderung entdecke ich was Neues. Und jetzt habe ich einen neuen Begriff gelernt: Leistungskilometer. Wir gehen heute 10,8km, aber an Leistungskilometern sind es 16. Das heißt, da sind die Höhenmeter mit eingerechnet, weil du normalerweise sagen wĂŒrdest: 10,8km, easy peasy, wenn es flach um irgendeinen See drumrum ist. Das gehst du irgendwie in gut zwei Stunden, 5km/h, bingo. Das haben wir ja selbst - eigentlich sollte es ja bergab gehen, aber wir haben ja jetzt schon einige Zacken gehabt, wo wir dann doch wieder irgendwie schon hochgehen mussten, weil halt hier ein paar Höhenmeter dazukommen, weil man da eben nicht so schnell gehen kann, soll, darf, muss, zieht sich das dann. Also auf dem Flachen wĂ€re das eine Strecke von 16 Leistungskilometern heute. Also kannst du nach Hause kommen und sagen -

00:13:53 Stefan

16 Leistungskilometer.

00:13:55 Manuel

16 Leistungskilometer und drei Leistungspromille. [Lachen] So, und nĂ€chste Pause aber erst, wenn wir was geleistet haben. Das heißt, runter nach Enkirch und schon wieder ein bisschen hoch. Wanderweg der Lieder. Um Gottes Willen, kuck dir das an.

00:14:14 Stefan

SWR4.

00:14:15 Manuel

SWR4 ist hier wahrscheinlich mit 1.500 Leuten langgegangen Hin- und RĂŒckweg. Kuck mal, ist das nicht schön? Ich zerstöre natĂŒrlich jetzt das, worĂŒber ich rede: Die Stille beim Wandern.

00:14:51 Stefan

Ja.

00:14:51 Manuel

Stelle dir vor, du machst einen normalen Podcast, sitzt mit irgendwem verbunden ĂŒber Telefon, Internet im gleichen Studio und dann redet ihr fĂŒnf Minuten nicht miteinander. Das ist ja dann irgendwie komisch.

00:15:09 Stefan

Stimmt.

00:15:10 Manuel

So irgendwie nach dem Motto: Wir haben uns wohl nichts mehr zu sagen. Oder Ehepaare. So beim Wandern finde ich das ĂŒberhaupt nicht. Da geht man dann halt einfach. Haben wir uns jetzt wieder verlaufen? Ich erzĂ€hle hier was von unverlaufbaren Wegen. Kuck mal, hier mĂŒssen wird doch schon lĂ€ngst -

00:15:35 Stefan

Also die letzten paar Meter sahen nicht aus wie -

00:15:38 Manuel

Nein, hast du recht. Hier. Sind wir halt anders gegangen. [Lachen] Keine alternativen Fakten, sondern alternative Pfade. Aber hier haben wir es ja wieder. Kuck mal, jetzt kommen wir an eine spannende Stelle. Jetzt kommen wir wirklich an eine sehr spannende Stelle, weil hier ist jetzt der Weg gesperrt, aber es ist keine Alternative ausgeschildert. Hier dieser Weg - habe ich ĂŒbrigens eben drauf geachtet - der fĂŒhrt uns wieder nach oben. Da kommen wir her. Jetzt kucken wir mal, was hier steht. Das können ja verschiedene Sachen sein. Das könnte ja sein -

00:16:30 Stefan

HolzfÀllung?

00:16:31 Manuel

HolzfĂ€llung. Ja, HolzfĂ€llung habe ich mir gedacht. Da hilft einfach nur Ohren auf, wĂŒrde ich sagen. Wo keine HolzfĂ€llung zu hören ist, ist auch keine Gefahr. Nein, weil das ist eine UnverschĂ€mtheit. Also das geht gar nicht. Also einen Premium-Weg sperren - und normalerweise hast du dann wirklich einen Umweg: Hier den Weg und hinten wieder runter, oder irgendwie sowas.

00:16:57 Stefan

Ist das jetzt ernst oder ist das ironisch?

00:16:59 Manuel

Nein, das ist so. Was jetzt? Mit dem Umweg?

00:17:02 Stefan

Ja.

00:17:02 Manuel

Nein, das wird gemacht. Steht teilweise sogar auf den Homepages, wenn das lĂ€ngerfristig ist. Also ich meine, die verbieten einem ja quasi, mehr als 50% des Weges zu gehen, weil keine vernĂŒnftige Alternative ausgeschildert ist. So, wo kommt denn die HolzfĂ€llung?

00:17:30 Stefan

Ich sehe es kommen, dass hier gleich ein Abgrund sich auftut, wo nichts mehr ist.

00:17:35 Manuel

Man nennt das auch das KettensÀgenmassaker an der Mosel. Kuck mal hier.

00:17:40 Stefan

Da vorne ist schon ein bisschen was.

00:17:41 Manuel

Sieht man es, ja. Da liegt was quer. Ja, mach mal ein Foto, wie ich mich hier durchkÀmpfe.

00:17:49 Stefan

Genau.

00:17:50 Manuel

Die totale Challenge.

00:17:54 Stefan

Es scheint aber Sturmschaden zu sein.

00:17:58 Manuel

Ja, das war keine HolzfÀllung, nein. Und kuck mal, so schnell gehen Trampelpfade, ne?

00:18:04 Stefan

Ja.

00:18:06 Manuel

Also der liegt hier schon eine Weile. OK?

00:18:11 Stefan

Ja. [Kameraklicken und Lachen] Kannst du noch hinfallen?

00:18:23 Manuel

[Lachen] Also wenn es das gewesen war, dann ist es aber echt albern. Wo sind die HolzfÀllarbeiten?

00:18:39 Stefan

Ich glaube, das war es. Sind wir dem Tod noch mal von der Schippe gesprungen.

00:18:44 Manuel

[Lachen] Aber echt haarscharf. Also der Wegabschnitt, den wir jetzt gehen, der bekommt auch nicht die volle Punktzahl, weil er ist ein bisschen eintönig, ne? Also wenn du das vergleichst auch mit den Schieferpfaden, die wir eben da oben hatten -

00:19:09 Stefan

Ja.

00:19:10 Manuel

Mal durch so niedrige EichenwĂ€lder, mal hatten wir diese Moselausblicke, dann kommt mal eine HĂŒtte und eine Bank und Aussichten und Weinberge.

00:19:22 Stefan

Das ist jetzt zu lange das Gleiche.

00:19:24 Manuel

Ja. Also das ist dann der Unterschied. Wie gesagt, dieser Weg hat, glaube ich, 60 Punkte. Das hat nichts mit den paar AsphaltstĂŒcken zu tun, die man geht, sondern das hat damit zu tun, dass dieser Weg hier zu fade ist. Der ist nicht schlecht, sonst wĂ€re es ja auch kein Premium-Weg oder sonst hĂ€tte der Weg ja vielleicht auch nur 45 oder 40 Punkte mal knapp bekommen. Da gibt es viele Wege in Nordhessen, da fragt man sich echt: Was ist daran Premium? Viele breite Forstwege und sowas. Zwar gut ausgeschildert, aber doch eher langweilig. Und das zeichnet halt so einen Weg auch aus. Ich finde das jetzt nicht schlecht. Ich meine, man kann ja hier auch gut quatschen, ne? Man muss jetzt auch nicht immer hier steil hoch und steil runter. Also hier kommt man auch zĂŒgig voran, ne?

00:20:12 Stefan

Ja.

00:20:14 Manuel

Aber es passiert nichts. Diese Premium-Wege, die sind so wie fĂŒr gelangweilte Kinder. Erlebnispunkte heißen die auch deswegen.

00:20:31 Stefan

[Lachen]

00:20:32 Manuel

Ja, es ist so. Und, ja, kuck mal hier. Albern. Das ist jetzt die Sperrung von der anderen Seite und das war genau dieser eine umgefallene Baum.

00:20:44 Stefan

Ja.

00:20:45 Manuel

Oh man, und ohne Umleitung. Das gibt schlechte Noten im Podcast. Ich bin gleich gespannt darauf, wenn es hochgeht, was das fĂŒr ein Weg ist.

00:21:00 Stefan

Ich bin auf die MĂŒhle gespannt.

00:21:01 Manuel

Ach, ich glaube -

00:21:04 Stefan

Meinst du, das wird eine EnttÀuschung?

00:21:06 Manuel

Ja, also eigentlich eine richtige MĂŒhle muss natĂŒrlich bewirtschaftet sein, damit sie richtig Freude bei mir auslöst. Das ist, glaube ich, nicht der Fall. Und dann kucken wir mal, ob die nicht halb zerfallen ist. Aber, klar, die MĂŒhle lĂ€sst das Herz jedes Wanderromantikers höherschlagen. Alleine sowas. Also jetzt habe ich ja wenigstens mal wieder eine Aussicht. Jetzt sehe ich da hinten den Berg, dazwischen noch ein Kerbtal, links einen Berg, hier mal ein paar hohe NadelbĂ€ume. Das finde ich dann schon wieder interessanter als das, was wir jetzt die letzten 2km hatten.

00:21:52 Stefan

Ja, du bist verwöhnter. Das ist das. Das merkt man. FĂŒr mich ist das jetzt alles eigentlich schön.

00:21:57 Manuel

Ja, freue ich mich. Freue ich mich. Ja, das ist so -

00:21:59 Stefan

Du analysierst das und sagst: Hm, das ist aber jetzt hier -

00:22:02 Manuel

Also mÀkeln auf höchstem Niveau. Ja, ja, das ist so. Ach, kuck mal, das ist aber gemein. Du, ehrlichgesagt, ich wollte ja eben auch nichts sagen - das war oben bei der Ruine auch schon so, dass der Weg da gar nicht dran vorbeigeht, sondern das ist jetzt ein Abstecher.

00:22:24 Stefan

Lass mich mal gerade kucken.

00:22:26 Manuel

Da kriegst du eine Infotafel, dann kannst du sehen - oh, die sieht schnuckelig aus.

00:22:31 Stefan

So, wie weit ist die denn jetzt weg?

00:22:33 Manuel

400m.

00:22:34 Stefan

Ja, dann komm. 400m können wir doch gerade gehen, oder?

00:22:36 Manuel

Echt? OK.

00:22:37 Stefan

Ich will jetzt eine MĂŒhle sehen.

00:22:39 Manuel

[Lachen] Ja, aber, klar, da hinten haben sie dann wahrscheinlich keine Möglichkeit gehabt, gut den Berg hochzukommen. Aber die sah wirklich sehr gut aus.

00:22:58 Stefan-Off

Von diesem Hinweisschild ausgehend verlassen wir den Leiermannspfad, gehen um die Kurve, ungefĂ€hr 400m und sehen direkt die MĂŒhle.

00:23:07 Stefan

Da geht eine Treppe hoch, aber da ist der Bach.

00:23:14 Manuel

Ja, da ist der Bach, aber von so einem Bach wird ja zur MĂŒhle immer so ein MĂŒhlbach kanalisiert abgeleitet. Du brauchst ja immer fĂŒr das MĂŒhlrad die gleiche Fließgeschwindigkeit. Ach, hier sind sie auch. Komisch, was sie da fĂŒr ein Lied ausgesucht haben.

00:23:27 Stefan

Ja, das ist sehr originell, Es klappert die MĂŒhle. So, hier ist doch - kuck mal, hier -

00:23:34 Manuel

Ja, ja, aber der Bach ist da oben langgefĂŒhrt worden. Echt? Kuck mal, der muss ja da oben langgefĂŒhrt worden sein.

00:23:42 Stefan

Ja, da oben ist das -

00:23:44 Manuel

Und da ist die Rinne und dann rinnt es runter hier zu dem richtigen Bach.

00:23:47 Stefan-Off

Die Obere Starkenburger MĂŒhle, so heißt sie nĂ€mlich, macht jetzt keinen super reprĂ€sentativen Eindruck. Ist ein bisschen verfallen, aber nicht extrem. Also ich glaube, die wird noch ein-, zwei-, dreimal im Jahr benutzt, aber auf keinen Fall jede Woche oder gar jeden Tag. Das MĂŒhlenrad wurde wohl in den 70er Jahren mal ausgetauscht, denn das ist mittlerweile aus Metall. Wir machen hier eine kleine Pause. Hier ist so ein kleiner Bach und danach gehen wir die 400m wieder zurĂŒck zum Leiermannspfad.

00:24:21 Manuel

So, jetzt, der Berg ruft. Nauffi muas i. Schlussanstieg. 2,0 bis zu unserem Parkplatz. Haben wir schon ein paar Höhenmeter geschafft.

00:24:38 Stefan

Ja.

00:24:41 Manuel

Das ist auch eigentlich eine ziemlich angenehme Steigung, weil es gibt dann oft auf diesen Premium-Wegen so Steigungen - hÀtten wir auch gehabt, wenn wir den Weg andersrum gegangen wÀren da an der Mosel.

00:24:54 Stefan

Ja.

00:24:55 Manuel

Wo du richtig steil ĂŒber Stufen und was weiß ich da in den Berg reingehst.

00:25:03 Stefan

Wobei es jetzt nach deinen AnsprĂŒchen langweilig ist.

00:25:05 Manuel

Nein, finde ich jetzt nicht.

00:25:06 Stefan

Nein? Wieso?

00:25:07 Manuel

Komischerweise nicht. Nein, ich weiß es nicht. Das Lichtspiel in den BĂ€umen ist jetzt anders. Die Baumstruktur gefĂ€llt mir mehr.

00:25:20 Stefan

Was ist jetzt der beste Weg, einen idealen Wanderweg zu finden?

00:25:29 Manuel

Naja, ob es wirklich ideal gibt, weiß ich nicht. Das muss ja schon jeder fĂŒr sich rausfinden, was das heißt. Also es gibt zum Beispiel viele, die diese Wege, die so hochbepunktet sind, gar nicht so mögen, weil es da halt zu viele steile Stellen gibt. Es gibt auch Wanderregionen in Deutschland, Maas-Schwalm-Nette-Gebiet, die sind völlig im Flachen. Premium-Wege komplett im Flachen. 3 Höhenmeter. Wahnsinnig interessant. Oder wie hier so eine Flusslandschaft oder doch eher ein bisschen hĂŒgeliger, bergiger, TĂ€ler dabei. Also man findet bestimmt viele Elemente eines idealen Wanderwegs unter den Premium-Wegen. Muss man sich einfach mal umkucken bei wanderinstitut.de. Ist nach BundeslĂ€ndern aufgeteilt. Nach Schwierigkeitsgrad kann man sich da orientieren. Also hier heute der Weg ist als mittelschwer beschrieben. Kilometeranzahl, Höhenmeter und dann einfach ausprobieren. Und nach den ersten 20 Wanderwegen merkt man, was man mag. Und fĂŒr WanderanfĂ€nger natĂŒrlich ganz kurze Wege nehmen. Ist ja sowieso der Trend der letzten Jahre, aber jetzt auch durch Corona verstĂ€rkt, wo viele Leute auf den Trichter gekommen sind: Boppard statt Ballermann und dann eben sich auch hier auf die heimatlichen Wanderwege begeben. Aber da sollte man sich halt nicht ĂŒberfordern. Also da fĂ€nde ich so einen Weg heute schon fast ein bisschen zu lang. Ja, sollen wir eine kurze Einkehr machen?

00:27:15 Stefan

Gerne.

00:27:17 Stefan-Off

Auf dem Hinweg in Starkenburg, da, wo wir uns verlaufen haben, haben wir in der Schlossstraße ein CafĂ© gesehen, das heißt Schöne Aussicht. Und da gehen wir jetzt auch wieder hin.

00:27:28 Kellnerin

Hallo zusammen.

00:27:29 Manuel

Hallo.

00:27:30 Kellnerin

Was darf es sein? Zum Trinken?

00:27:33 Manuel

Ja, zum Trinken auf jeden Fall ein großes Gerolsteiner Sprudel 0,5. Und dann nehme ich den Wein Nummer 502.

00:27:44 Kellnerin

Nummer 502. Und bei Ihnen?

00:27:47 Stefan

Ich hĂ€tte gerne eine große Apfelsaftschorle.

00:27:50 Kellnerin

Auch 0,5?

00:27:50 Stefan

Ja. Kann ich die mit Eis bekommen?

00:27:52 Kellnerin

Ja, klar. NatĂŒrlich.

00:27:53 Stefan

Fantastisch.

00:27:55 Manuel

So, zu essen weiß ich auch schon. Ich nehme die Bratwurst.

00:27:59 Kellnerin

Die Wurst. Gute Entscheidung. Ja.

00:28:02 Stefan

Ich nehme den Vesperteller ohne Senf. Ich hoffe, das ist auch eine gute Entscheidung. [Lachen]

00:28:07 Kellnerin

Ja, natĂŒrlich. [Lachen]

00:28:08 Stefan-Off

Wir saßen draußen auf der Terrasse im Schatten. Im Hintergrund hört man ein bisschen den Springbrunnen. Sehr schön. Wir hatten auch tolles Wetter. Das macht schon immer viel aus. Uns hat beiden das Essen sehr, sehr gut geschmeckt. Das Preis-LeistungsverhĂ€ltnis war super in Ordnung. Also hier kann man wirklich hingehen.

00:28:25 Manuel

Also Stichwort Wandervereine. Diese Wege killen natĂŒrlich die Wandervereine, weil das war im Prinzip: Der Boom der Wandervereine nach dem Krieg bestand aus Leuten, die da Bock drauf hatten, die aber meistens gesagt haben: Wir können keine Karte lesen. Wir haben auch keine Ahnung, wo die schönen Wege sind. Wir verlassen uns da auf unseren Wanderverein, auf die erfahrenen WanderfĂŒhrer. Die WanderfĂŒhrer sind die Wege vorher abgegangen. Das war ja richtig Arbeit. Den Weg hatten sie dann in ihrem Angebot im Wanderkalender und sind die vorher ein-, zweimal abgegangen, dass sie sich auch mit der Gruppe nicht verlaufen. Dann haben sie sich das alles noch mal angekuckt. Heutzutage gehen die WanderfĂŒhrer die Wege nicht mehr vor. Die sagen: NĂ€chsten Sonntag Leiermannspfad, Treffpunkt in Enkirch an der Kirche.

00:29:09 Stefan

Ja.

00:29:10 Manuel

Ja. Und die wissen ja, dass sie sich auf die Markierungen von dem Premium-Weg verlassen können, und dann gehen die den mit ihrer Truppe. Andererseits sagen die Leute: Warum soll ich mich festgelegt auf den Sonntag, 16. September, mich jetzt mit dem Wanderverein um 7.26 Uhr zu treffen? Vielleicht ist es ja gerade nicht mein Tag oder ich habe was anderes vor oder das Wetter ist schlecht und am Nachmittag kommt erst die Sonne raus. Ich kann ja eigentlich gehen, wann ich will. Mit den Leuten - und da ist auch nicht immer die nervige Oma dabei, die mich volllabert, sondern da ist halt meine Familie dabei. Oder ich gehe alleine oder wie auch immer. Diese Wege befÀhigen ja eigentlich jeden dazu, ohne GPS, ohne Kartenkenntnisse einfach einen schönen Weg zu gehen.

00:29:54 Stefan-Off

Das ist jetzt ein sehr schöner Schluss fĂŒr diese Folge. Ich war schon seit Jahren nicht mehr in Deutschland wandern und fand das heute interessant, spannend und auch lustig. Ich hoffe, das hat Ihnen auch Spaß gemacht. Wenn ja, dann wĂŒrde ich mich sehr darĂŒber freuen, wenn Sie Ihren Freunden und Bekannten vom Reisepassnummer Podcast erzĂ€hlen oder auf Social Media darĂŒber schreiben. Vielen Dank auch an Manuel Andrack, der sich die Zeit genommen hat, mit mir zu wandern. Und Danke an Thomas Reintjes, der diese Folge nachbearbeitet hat. Bis dann. TschĂŒĂŸ.

00:30:35 Manuel

Ach, kuck mal hier. Ja.

00:30:40 Stefan

[Lachen] Wanderweg der Lieder.

00:30:42 Manuel

MĂŒssen wir mal anfangen, zu singen, oder?

00:30:46 Stefan

Nein.

00:30:48 Manuel

[Singt] Wenn die bunten Fahnen wehen, geht die Fahrt wohl ĂŒber’s Meer. Woll’n wir ferne Lande sehen, fĂ€llt der Abschied uns nicht schwer. So geht das. Ja, komm, Wanderweg der Lieder. Hast du dich nicht vorbereitet?

00:31:04 Stefan

Ich wusste nicht, dass das hier so -

00:31:05 Manuel

Ja.

00:31:06 Stefan

Intensiv wird.

00:31:07 Manuel

Nicht nur ein bisschen wandern und Wein trinken - hier werden alle FĂ€higkeiten gefordert.

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